Montag, 19. Dezember 2016

In Zukunft und Vergangenheit

Der 6. Monatstag

Heute ist es also wieder soweit, der 20. ist da und ein weiterer Monat rum. Der 6. Monat. 4 Monate Thailand bleiben mir noch.
4 Monate Thailand, die es in sich haben werden. Das Endcamp von YFU steht noch an, worauf wir uns alle schon unendlich drauf freuen. Diesmal werden wir ungefähr für 10 Tage verreisen, ein paar Tage ganz in den Norden und dann noch ganz nach unten in den Süden. Meine Vorfreude ist grenzenlos und ich kann es kaum noch erwarten.
In dieser Woche stehen die Midterms an. Das bedeutet, dass die erste Hälfte des zweiten Semesters dann auch schon um ist und meine Schule wird dann bis zum 18 Januar Ferien haben. Am 28 Februar endet die Schule dann komplett für mich. In meinem gesamten Jahr hier in Thailand bleiben mir also nur noch um die 5 Wochen Schule. Es ist der Wahnsinn, dass das alles hier bald enden wird.
In der letzten Zeit verbringe ich unendlich viel Zeit mit meinen Freunden, da ich nun auch alleine Taxi fahren kann und meine Familie mir somit vertraut, dass ich alleine nach Hause komme. Ich liebe diesen kleinen Funken Selbstständigkeit und jetzt muss ich mich auch nucht mehr schlecht fühlen, wenn meine Freunde mich irgendwohin einladen und ich Angst habe, meiner Familie zur Last zu fallen und somit absage. Wenn meine Freunde mich jetzt fragen, sage ich kaum noch ab. In der letzten Zeit bin ich somit sehr oft mit Jimmy in die Mall gegangen und haben verschiedene Restaurants ausprobiert und durch die Läden gelaufen. Außerdem haben wir beide unsere Liebe für Rockmusik offenbart, wobei wir uns dann beide die Selbe ACDC Tasche gekauft haben. Mit dem Stäbchen zu essen habe ich dank Jimmy nun perfektioniert und ich scheue mich nicht mehr davor und kriege auch keine Schweißausbrüche, wenn wir in ein Restaurant gehen, wo es weder Gabel noch Löffel gibt. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, wenn ich bei meinen Freunden bin. Letztens sind Jimmy und ich mal wieder durch die Mall gelaufen und haben einen Zuckerwattestand gefunden, der Tiere aus Zuckerwatte machen konnte. Am Ende lief ich mit einem riesigen pinken Zuckerwattepinguin durch die Mall und Jimmy mit einem großen Zuckerwattebären und haben nus gefühlt, als wären wir wieder drei Jahre alt - einfach unbeschwert und ziemlich glücklich. 
Was mich ein bisschen zerstört innerlich, ist die Weihnachtszeit. Heute ist der 20. Dezember und ich lebe in einem Land, wo Weihnachten nicht zelebriert wird. Klar, in manchen Malls stehen Weihnachtsbäume in der Gegend herum und die Shops sind alle im Sale, aber ich komme nach Hause, ohne Weihnachtsbaum, ohne geschmücktes Haus oder Plätzchengeruch in der Luft, immernoch 34 Grad draußen und Schnee existiert sowieso nur in meinen Träumen. Ganz ehrlich, Weihnachten unter Palmen ist scheiße. Und kommt niemals auf die Idee, an Weihnachten zu verreisen, denn es ist kein Weihnachten mehr. Ich bin nur froh, wenn dieser Tag vorbei ist und es aufhört, mich zu zerreißen. Meine Freunde haben gemerkt, dass ich drunter leide und schon wurde mit unserer Lieblingslehrerin Teacher June eine Weihnachtsfeier geplant, die letzten Freitag vor den Midterms stattfand. Ta kaufte einen Plastikweihnachtsbaum, der nun in unserem Klassenraum steht und KT kaufte Lichterketten und Schmuck für den Klassenraum. Wenn man nun in unsere Klasse kommt, hängt ein Kranz mit Glocke an der Tür und über der Tafel hängen Girlanden mit 'Happy New Year'. Selbst an Weihnachtsmützen hatten wir gedacht. Eine vielzahl an Essen wurde gekauft, ich brachte Pfeffernüsse und Christstollen mit, den meine Mama aus Deutschland mir extra geschickt hatte. Teacher June brachte ein Brathähnchen mit und meine Freunde Nudeln, Kuchen, Kartoffelbrei und viele Kekse. Ebenfalls machten wir einen Julklapp: Jeder kaufte ein Geschenk und am Ende wurde gelost. Ich hatte eine Bob Marley CD gekauft, sowie ein Notizbuch und ein Postkartenbuch, Pralinen und ein kleines Stofftier, dass daran erinnern sollte, dass bald das letzte Schuljahr anbricht. Glücklicherweise bekam Jimmy mein Geschenk und sie freute sich riesig. Ich bekam ein echt tolles Notizbuch mit Schreibset von KT, worüber ich mich sehr freute, denn Notizbücher waren schon immer mein Ding. Die Feier war einfach wunderschön und ausgelassen, wir alle aßen und hörten dabei Weihnachtsmusik und scherzten herum. Zum ersten Mal in diesem Jahr fühlte ich soetwas wie Weihnachtsstimmung. Doch bald ich die Schule verließ, war der Zauber schon wieder vorbei.
Ich habe ein bisschen Angst vor den Ferien. Jimmy besucht ihre Familie im Norden und was meine anderen Freunde machen, weiß ich nicht so Recht. Ich weiß, dass ich nicht lange einfach nur Zuhause bleiben kann, denn dann drehe ich durch. Daher hab ich mir überlegt, dass ich doch endlich mal anfangen könnte, Thai boxen in einer professionellen Schule zu trainieren. Bisher war ich noch nicht so richtig fündig, da es auch schwierig ist, ein Studio zu finden, das relativ leicht zu erreichen ist und was nicht allzu teuer ist.. aber ich bleibe dran und habe schon einige Mails verschickt. Und sobald es da etwas neues gibt, werde ich berichten.
Auch Neujahr ist ein kleines Problem, denn meine Familie feiert nicht, wie sie mir schon gesagt hat. Ein Neujahrsfest in Thailand möchte ich aber auf keinen Fall verpassen, auch, wenn es wahrscheinlich keine Raketen geben wird aufgrund des Todes des Königs. Jimmy hatte mich eingeladen, ihre Familie im Norden mitzubesuchen, doch ich möchte nicht zwischen ihrer Familie sitzen, die sie nur einmal im Jahr sieht. Ich denke, auch, wenn sie das nie zugeben würde, ich würde einfach ein bisschen stören in allen Gesprächen und mit dem übersetzen und allem. Daher habe ich mut KT geredet, die gerne eine Party mit dem Rest der Klasse machen würde. Eine Neujahrsparty ist also in Planung und ich freue kich schon sehr darauf!
Worauf ich mich übrigens auch unendlich sehr drauf freue, ist das Coldplay Konzert. Ihr werdet es nicht glauben, aber Coldplay kommt nach Thailand, in das Stadion direkt neben meiner Schule. Der Vorverkauf wurde groß angekündigt und jeder war so gespannt darauf. Da so gut wie alle meine Klassenkameraden Coldplay vergöttern, ebenso ich, wollten wir unbedingt diese Tickets haben. Umso enttäuschender, dass alle Tickets, die einen einigermaßen anständigen Preis hatten, nach 2 Minuten ausverkauft waren. Ist das zu fassen? Zwei verdammte Minuten. Die Enttäuschung war bei uns allen grenzenlos. Doch gestern kam KT mit einem riesigen Grinsen in die Schule: 'Leute, wir gehen aufs Coldplay Konzert.' Wir dachten zuerst, das sollte ein echt fieser Witz sein, um nochmal in der Wunde zu bohren, aber sie hatte tatsächlich jemanden gefunden, der Tickets verkaufte, zwar ein bisschen teurer als sie zuvor waren, aber immernoch in Maßen. Die Karten wurden reserviert. Am 7 April sehen wir also Coldplay. Ich kanns kaum nich erwarten und das wird ein absolut schöner Abschluss, denn am 19 April gehts ja schon nach Deutschland.
Ja, das ist mein Leben so zurzeit. Ich war lange nicht so glücklich und einsam zugleich. Es ist schwer, meine Gefühlswelt zu beschreiben, da es wahnsinnig oft so ist, dass ich in einem Moment fliege und im nächsten schon wieder knallhart auf den Boden aufschlage. Aber so viele Dinge passieren, jeden Tag. Und die letzten 4 Monate sollten so intensiv gelebt werden wie nur möglich. Ich bin dankbar für alles hier. Und manchmal tut es mir weh, nicht zu wissen, was in Zukunft und wie schnell ich meine Freunde wiedersehen werde, nachdem ich sie verlassen habe. Aber vielleicht ist das auch das schöne am Leben - Ungewissheit. Denn dann ist die Freude größer, wenn es dann wieder soweit ist. Aber noch bin ich hier und atme jeden Moment, jedes Lachen ein und gebe es nicht mehr her.
- Kim
 

Freitag, 9. Dezember 2016

Reisefieber

Ein Wochenende in Chiang Mai

Endlich war es soweit - am Samstag wachte ich auf, die Taschen schon gepackt, unendlich aufgeregt, denn es sollte endlich nach Chiang Mai gehen, hoch in den Norden von Thailand. Ich hatte mich schon so lange auf diese Reise gefreut, die ich mit KT, meiner Klassenkameradin und ihren Eltern unternehmen würde. Ich wachte also auf, ziemlich verschlafen, da ich vor Aufregung schlecht geschlafen habe, dann habe ich mit meinem Gastpapa und Ohm gefrühstückt und anschließend haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Während der Fahrt reichte mir mein Gastpapa ein Buch nach hinten mit dem Titel 'The Teachings of Buddha' und sagte mir zum ersten Mal während unserer gemeinsamen Zeit, dass er stolz auf mich sei. Ein unglaublicher Gänsehautmoment für mich und ich bedankte mich tausendmal bei ihm. Mein Gastpapa und Ohm halfen mir nich beim Check In als wir dann ankamen, doch wir verabschiedeten uns relativ schnell und ich ging durch die Kontrollen. Bis zu meinem Flug hatte ich dann noch 3 Stunden Zeit, also stöberte ich ein bisschen durch die Läden und kaufte ein paar Postkarten und Notizbücher. Anschließend suchte ich mir einen Platz am Fenster und kaufte mir etwas zu essen, doch so viel bekam ich gar nicht mehr herunter, sodass ich nur ein paar Früchte und einen Milchshake kaufte. Natürlich bestellte ich aus reiner Gewohnheit auf Thai und alle Verkäufer schauten mich erst ein bisschen verwundert an und lächelten mich dann an. 
Ich liebe Flughäfen. Diese ganze Atmosphäre von Aufbruch, Euphorie, irgendwohin ins Unbekannte oder nach Hause. Ich liebe es, woe die Menschen sich verhalten, wie aufgeregt und glücklich sie sind. Überall liegt es in der Luft. Ich liebe es, zu reisen und mir hat das unglaublich gefehlt. Auch schwelgte ich in Erinnerung, da dies der selbe Flughafen war, an dem ich zum ersten Mal Thailands Boden betrat. Das Gefühl, da nun zu sitzen, 5 1/2 Monate später, so anders als vorher, so viel reicher an Erfahrung, kann man überhaupt nicht beschreiben.
Mein Flug war sehr pünktlich. Ich hatte zum Glück einen Fensterplatz und neben mir saß ein Mann, der mich kurz anlächelte, als er sich neben mich setzte. Als ich da so im Flugzeug saß, Musik in den Ohren und das Flugzeug dann abhob, da fühlte ich mich mal wieder richtig frei, so ohne Sorgen, ohne alles. Ich liebe es, zu fliegen. Und ich hab das so vermisst.
Der Flug ging ziemlich schnell rum, doch es fiel mir schwer zu atmen, nachdem wir Sandwiches bekamen und der Mann neben mir genüsslich rülpste und die Luft sich mit dem Geruch von Bacon vermischte. Nunja. An einige Dinge wird man sich eben nie gewöhnen.
Als ich dann in Chiang Rai landete und aus dem Flugzeug stieg, musste ich erstmal ziemlich schmunzeln, denn das erste, was ich sah und hörte, war richtig altmodische Thaimusik und traditionellen Thaitänzerinnen. Es war so typisch Thai, dass ich es gar nicht fassen konnte, doch der Norden ist viel mehr von der Kultur geprägt als Bangkok und daher wunderte ich mich nicht. KT und ihre Mutter waren schon da, als ich hinauskam und nach kurzen Begrüßungen setzten wir uns in ihren Mietwagen und fuhren los. Und nein, ich hab mich nicht verschrieben - zuerst waren wir in Chiang Rai, eine Provinz, die neben Chiang Mai liegt, denn KT musste dort ein Universitätstest ablegen und auch dort gab es viel zusehen. Doch wie sollte es anders sein? Zuerst gingen wir essen. Und zwar mein Lieblingsgericht - Pad Thai. Leider war es nicht so gut wie in Bangkok, was KT mir schon vorher sagte, aber das war okay. Nach dem Essen fuhren wir weiter und mir wurde gesagt, dass, wenn man in Chiang Rai ist, an zwei Sehenswürdigkeiten nicht herumkommt: Ein Museum (dessen Namen ich vergessen habe) und einen Tempel (dessen Name ich auch nicht weiß). Die erste Station war das Museum. Es war eher ein Park als ein Museum, in dem man viele große Häuser sehen konnte und der Mann, der das alles errichtet hat, war so ein Tierliebhaber, dass er sie gehäutet oder enthornt hat und sich daraus Stühle und Betten und was weiß ich alles gemacht hat. Eigentlich war es wirklich cool, anzusehen. Zwar sehr speziell, aber definitiv etwas, was man nur einmal in seinem Leben sieht. 
Danach fuhren wir zum Tempel. Als ich ihn sah, nahm es mir glatt den Atem weg. Der Tempel war unglaublich weiß, strahlend weiß, sodass man sich die Augen abschirmen musste, weil man von ihm geblendet wurde. Bis zum Tempel hin war eine längere Brücke und wenn man neben sich hinunterschaute, wurde die Hölle dargestellt, mit herausragenden Händen und Dämonen als Wächter. Ich habe schon viele Tempel gesehen, dafür hat meine Gastfamilie sehr gesorgt, aber so einen Tempel noch nie. Es war reiner Wahnsinn. Doch Tempel sind eben Tempel, und nachdem wir gebetet und Fotos gemacht haben, gab es auch nicht mehr viel zusehen. Doch neben dem Tempel gab es ein buddhistisches Bestattungshäusschen, das KT mir zeigte, doch ich fand das ziemlich gruselig. Auch dieses war strahlend weiß, doch da waren so Gesichter vor, als Statuen, die so böse Gesichtszüge hatten. Mir war das ziemlich suspekt und ich sagte, dass wir schon gehen könnten. Nachdem wir nochmal auf Toilette gegangen sind, die komplett vergoldet war (kein Scherz), kauften wir uns Kokoseis und machten uns auf den Weg nach Chiang Mai, was 3 Stunden entfernt lag. Eine lange Fahrt also. Doch wir hatten viel zu erzählen, denn KT's Papa ist sehr interessiert an Autos und vorallem dann natürlich an deutschen Automarken. So redeten wir eine lange Zeit über BMW, welches sein absolutes Traumauto ist und ich erzählte ihm, dass mein Papa auch begeistert von BMW sei. KT's Papa erzählte mir dann, dass es sein Traum sei, mit einem BMW über die deutsche Autobahn zu fahren, weil wir ja kein Speedlimit haben. Ich fand das ziemlich lustig und lud ihn nach Deutschland ein, was er mit einem Lächeln zur Kenntnis nahm. Langsam ging die Sonne unter und wir fuhren zwischen den riesigen Bergen durch. Der Sonnenuntergang war wundervoll, der Himmel war strahlend rot und violett. Dazu hörten wir alte Lieder, die total zu dieser Atmosphäre passten. Als dann 'Stand by me' von Ben E. King lief, sangen alle total ausgelassen mit und das war einer dieser unvergesslichen Momente, in denen sich einfach alles richtig anfühlte. 
Auf einmal fragte KT mich, ob ich schonmal in einem Nachtzoo gewesen wäre, was ich verneinte und urplötzlich wurde die Richtung geändert. Also war unser nächster Halt eine Nachtsafarifahrt, wo wir erstmal was aßen und dann eine Show anschauten, wo verschiedene Tiere vorgeführt wurden und irgendwas gemacht haben, wie Tiger, Hyenen, Löwen und auch kleinere Tiere, an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann. Dann gingen wir zu einer Safaribahn mit englischer Führung und dann ging es los. Der Kleinbus fuhr los, doch an den Busseiten war alles offen, also es war ein Bus ihne Türen und Fenster, nur mit Dach und Boden und Sitzen. Als wir dann losfuhren, sagte uns der Mann, dass wir alle Tiere, die ungefährlich waren, streicheln und füttern könnten, da sie freilaufend sind (außer halt Löwen und Tiger und sowas). Als erstes kamen ganz normal Rehe, doch es waren unendlich viele Tiere und wir fuhren bestimmt eine halbe Stunde. Es gab Strauße und Kängurus und Zebras und Giraffen und tausend verschiedene Arten von Rehen, auch Alpakas und Lamas. Ich konnte sogar eine Giraffe anfassen und ein Zebra biss mir in die Hand. Es war so schön nud unglaublich zurzeit, dass all diese Tiere so viel Platz dort hatten, denn dieser Park war riesig. Und wie gesagt, sie konnten sich ziemlich frei bewegen. Gehen 23 Uhr war die Tour zu Ende und wir fuhren zu unserem Hotel. Da wurde mir bewusst, dass KT's Familie sehr wohlhabend sein muss, denn dieses Hotel war traumhaft und KT und ich hatten sogar ein Zimmer für uns. Als wir ankamen, war es 0 Uhr und da sagte KT's Papa grinsend 'morgen stehen wir um 4 Uhr auf'. Ich hielt das erst für einen ziemlich schlechten Scherz. Einen sehr schlechten Scherz. War es leider nicht.
Nach drei Stunden Schlaf wurden wir also vom viel zu lautem Wecker geweckt. Wir schleppten uns nur mit viel Mühe aus dem Bett und setzten uns ins Auto. Im Auto versuchten wir zu schlafen, war aber leider nicht möglich, da wir auf einen Berg gefahren sind und es sehr huckelte und KT's Papas Fahrstil sowieso sehr speziell ist. Nundenn, völlig tot stiegen wir aus dem Auto. Wir waren hoch oben auf einem Berg und setzten uns in ein ein offenes Café, das im Prinzip nur auf einem Gestell stand und wieder nur überdacht war, man saß also draußen und konnte die Aussicht genießen. Und zum ersten Mal in meinem Leben in Thailand frohr ich mir den Arsch ab. Es waren 14 Grad und ziemlich windig da auf dem Berg und ich hatte nur eine Sweatjacke an, da ich Jacken bisher ja nicht brauchte im mummeligen Bangkok, wo die Leute 27 Grad schon kalt finden.
Aber die Aussicht war atemberaubend. Weiter unten waren überall Lichter und man konnte die Berge so schön sehen. Wir bestellten uns Frühstück und einen warmen Kakao und aßen es schweigend, jeder wollte diesen Moment für sich selbst. Das frühe Aufstehen hatte sich sowas von gelohnt. Nachdem wir aufgegessen hatten und wir das Gefühl hatten, es würden sich schon Eiszapfen an uns bilden, stiegen wir ins Auto und fuhren zur nächsten Station - eine Sommerrodelbahn und ein Kletterpark. Von der Sommerrodelbahn war ich ein bisschen enttäuscht, da ich mal eine wahnsinnig tolle in Österreich gefahren bin, und diese war nichts gegen die damals in Österreich, aber es war schon ziemlich witzig. Doch dann kams zum Klettern, oder eher nicht klettern - man wurde in diese Sicherheitsteile geschnallt, dann an ein Eisenseil gespannt und dann konnte man von Plattform zu Plattform springen, doch der Weg war unendlich lang, sodass man eine ziemlich lange Zeit in der Luft hing, unter einem Palmen, und mit einer unglaublichen Geschwindigkeit da lang rauschte. Es ist ziemlich schwer, das zu beschreiben. Aber es war unglaublich. Es waren jeweils zwei Typen dabei, die uns sicherten und immer auffingen oder runterstießen. Und mit ihnen konnte man auch ziemlich viel herumalbern, denn sie waren ziemlich witzig. Ganz zum Schluss mussten wir auf einen Turmklettern und um hinunterzukommen, einfach springen. Der Turm war ziemlich hoch und als ich hinuntersah, wurden meine Knie butterweich. KT und ich jammerten uns gegenseitig voll, wie schrecklich das alles ist und wie viel Angst wir hätten, und da sicherte der eine Typ mich eifnach, sodass ich bereit zum Springen wäre und ich nur so 'nein nein stopp ich kann das nicht' und musste dabei immer wieder lachen, weil es einfsch so hoch war und so absurd, dass wir da jetzt einfach springen würden. Und er fragte mich, woher ich käme und während ich antwortete, schubste er mich einfach runter, sodass 'Deutschland' auf Thai total von meinem Schrei erstickt wurde. Als ich unten ankam und abgefedert wurde, blieb ich da erstmal eine gefühlte Ewigkeit sitzen und wollte nochmal hoch, um diesen Typen eigenhändig umzubringen. Noch 10 Minuten danach zitterte ich wie Irre und es dauerte auch ein bisschen, bis KT dann unten war. Danach waren eir völlig fertig mit den Nerven und stiegen ins Auto, um zur nächsten Station zu fahren. 
Dies war ein botanischer Garten, der von der Königin errichtet wurde. KT und ich gingen allein und es war eigentlich echt schön. Wir konnten ein bisschen herumschlendern und in riesige Gewächshäuser gehen, wo dann teilweise eine kleine Wüste mit Kakteen war oder ein Urwald mit Wasserfall drin und eine riesige Anzahl and Blumen. Wir genossen die Ruhe ein wenig, denn wir waren unglaublich müde und mittlerweile fiel sogar gehen ein bisschen schwer. Wir aßen danach eine Kleinigkeit und dann sollte es zu einer Elefantenfarm gehen. KT und ich durften dann auf einen Elefanten reiten, was ziemlich cool war, aber ein bisschen Angst hatte ich schon, da wir in diesem Korb auf dem Elefanten saßen und es ziemlich gewackelt hat und es sich si anfühlte, als würde der Elefant jeden Moment stolpern. Außerdem tat er mir wegen meines Gewichts Leid. Aber nungut. KT und ich wurden also ordentlich durchgerüttelt. Als wir eine Runde gegangen waren und wieder abstiegen, hieß es, dass wir noch eine Elefantenshow schauen wollten, bei der es 1 1/2 Stunden dauerte, bis sie anfing. Zuerst setzten wir uns hin und warteten. Nach einer halben Stunde merkten wir, dass es keinen Sinn machte, denn wir waren einfach viel zu müde. Und so ging es zurück ins Hotel, wo wir erstmal 3 Stunden schliefen. Selbst danach war ich noch müde, doch wir fuhren in die Stadt, um einen riesigen Markt zu besuchen. Dort aßen wir erstmal Sushi, welchem ich mittlerweile total verfallen bin und ich konnte sogar endlich mit Stäbchen essen, worauf ich richtig stolz war. Mit ihren Eltern hatte ich wirklich viel Spaß. Wir unterhielten uns wieder über Hautfarben und ich zeigte ihnen ein Foto von meiner Familie, um zu zeigen, dass nicht alle so weiß sind, wie ich. Das fanden sie komisch. Auch, dass meine Schwester fast die gleiche Hautfarbe hatte wie KT, fanden sie noch komischer. Als ich dann erzählte, dass wir alle meine Schwester für ihre Bräune beneideten und ich nicht gesund aussehe, weil ich so weiß bin und wir es Zockerbräune nennen, das konnten sie dann nicht mehr glauben. Sie dachten, ich würde mit ihnen scherzen. Eben ein völlig anderes Schönheitsideal als wir.
Nach dem Marktbesuch war es schon wieder ziemlich spät und wir fuhren zum Hotel, wo KT und ich noch einige Filme schauten, doch auch bald gingen wir wieder schlafen, denn am nächsten Tag würden wir schon zurückfliegen. Bis um 9 schliefen wir und bedienten uns danach am Hotelbuffet, das wirklich sehr gut war. Es war so gut, mal wieder Cornflakes und Obstsalat zum Frühstück zu essen, anstatt Reis. Also bedienten wir uns reichlich. Danach packten wir unsere Sachen und mussten auschecken. Bevor wir zum Flughafen fuhren, besuchten wir noch einen Markt, um etwas für unsere Familien zu kaufen, so kaufte ich traditionelles Essen aus dem Norden und getrocknete Früchte für meine Gastfamilie. Am Flughafen pa kte mich wieder die Vorfreude auf den Flug, doch unser Flug hatte Verspätung und wir mussten ziemlich lange warten, bis es dann soweit war. Auch dieser Flug verging sehr schnell, da ich einschlief. Aber der Ausblick aus dem Flugzeug raubte mir immer wieder den Atem. Wie wunderschön die Welt doch ist und wie wenig wir sie zu schätzen wissen.
Wir erreichten Bangkok gegen 16:30 Uhr. Zuhause. Immernoch komisch manchmal, das zu sagen. KT's Familie fuhr mich dann auch noch nach Hause und somit war meine Reise beendet. Wir verabschiedeten uns alle sehr herzlich und sie sagten mir, dass sie sowas gerne mal wieder mit mir machen würden, wo ich auf jeden Fall zustimmte. Ich war froh, wieder Zuhause zu sein, denn ich war sehr müde, doch die Tage waren unendlich schön. Endlich hatte ich mal wieder die Chance, mehr von Thailand zusehen, andere Stellen, andere Orte, anderes Essen, andere Leute, anderes Leben. Das alles war Balsam für meine Seele und was hab ich mich wieder verliebt.
- Kim

  
         

Freitag, 25. November 2016

Der Glaube an Wunder

Kleine Dinge

Gestern war ein krasser Tag und ich weiß gar nicht richtig, wo ich beginnen soll. Er endete damit, dass ich mich ins Bett habe fallen lassen, meiner Mama noch geschrieben habe 'Über diesen Tag werde ich einen Eintrag machen' und mit einem Lächeln und einer Träne im Auge eingeschlafen bin. Nun, fangen wir einfach mal ganz von vorne an:
Meine Klassenkameraden und ich hatten geplant, ins Open House von einer der berühmtesten Universitäten von ganz Thailand zugehen, die Thammasat University. Da es nicht mehr lange bis zum Schulabschluss ist und wir alle die Stunden am Donnerstag in unserer Schule hassen, wollten wir also am Donnerstag mal bei der Uni vorbeischauen, um uns über Studiengänge zu informieren. Jimmy, Ta, eine Freundin von Jimmy und ich trafen uns also vor der Schule in einer Ladenzeile vor der Schule und aßen zusammen Frühstück. KT hatte gesagt, dass ihr Onkel uns zur Uni fahren würde und somit warteten wir auf sie. Während wir so warteten, überkam es Jimmy auf einmal, mir unbedingt die Haare flechten zu wollen, was ich ihr natürlich mit Freuden gestattete. Schon da mussten wir so viel Lachen, weil sie nie damit gerechnet hatte, dass meine Haare mittlerweile SO lang waren, wie sie nunmal waren. Trotzdem machte sie ein kleines Kunstwerk daraus (nochmals danke Jimmy!). Schon bald kam KT mit ihrem Onkel um die Ecke gefahren und da gab es auch schon das nächste Problem - im Auto selbst war nicht genug Platz. Jedoch war es ein Auto mit Ladefläche hinten und Jimmy und ich erklärten uns bereit, auf der Ladefläche des Transporters zufahren, was wahrscheinlich die beste Entscheidung meines Lebens war. So saßen wir da also, zusammengekauert auf der Ladefläche mit den Händen in der Luft wie in einer Achterbahn, als wir auf den Highway fuhren. Nebenbei hatte Jimmy Musik angemacht, sodass wir wilde Sommerlieder hörten und der Wind pustete uns um die Ohren und wir lachten und lachten und schrien und sangen und lachten und nie in meinem Leben habe ich mich so lebendig gefühlt, wie in dem Moment, als wir über den Highway fuhren, auf der einen Seite die Palmen, auf der anderen Seite die Hochhäuser der Stadt. Ich werde dieses Gefühl nie vergessen. Ich will es nie vergessen.
Somit waren wir auch ziemlich traurig, als wir am Ende dann angekommen waren, denn diese Fahrt sollte nie enden. Doch wir kletterten von der Ladefläche und gingen in die Uni, die um einiges größer und imposanter war als die Ramkamhaeng University. Ta und KT gingen zu den Naturwissenschaften und Medizinständen, Jimmy, ihre Freundin und mich zog es eher zu den Sprachständen und Businessständen. Ich nahm mir ein paar Unterlagen vom Englischstudium mit, doch schon schnell waren wir wieder aus dem Gebäude und machten eine Radtour durch den kompletten Campus. Der Campus war riesig. Wir fuhren eine 3/4 Stunde. Es war heiß. Meine Uniform war beinahe komplett durchgeschwitzt und wir alle bereuten es. Dazu kam noch, dass die Fahrräder ziemlich klein waren..und wir hatten Röcke an. Es war also nicht so einfach, zu managen, geradeaus zu fahren und seinen Rock unten zu halten und das führte auch zu vielen Lachern.
Als wir dann fertig waren, waren auch wir komplett fertig. Und Lust hatten wir auch auf gar nichts mehr, also duhren wir zu einer Mall und aßen Nuggets und frozen Joghurt, auch gingen wir ein bisschen einkaufen, sodass ich eine Kette für Nui und Kopfhörer für Ohm kaufte, weil er seine verloren hatte und mich immer nervte, ob er meine ausleihen könne. Außerdem wollte ich ihnen einfach eine kleine Freude machen. Für mich selbt kaufte ich dann noch einen Collegeblock und kurz darauf gingen wir zu Starbucks, um einen Milchshake zu trinken, doch dann waren wir so erledigt, dass wir entschieden, zurück zu unserer Schule zu fahren. Als wir dort ankamen, war es 15 Uhr und um 18 Uhr wurde ich erst abgeholt. Also kam ich auf die Idee, mal außerhalb der Uni mich an der Straße ein bisschen umzuschauen und auf einen riesigen Markt neben dem Unigelände zu gehen (meine schule liegt in einem Campus). Und wieder - eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich bin ja sonst immer sehr schüchtern, zu so offenen Läden zuegehen, weil die Verkäufer meist kein Englisch sprechen. Doch in allen Läden auf der Straße und allen Ständen auf der Straße und auf dem Markt ist es unheimlich günstig und ich wollte unbedingt mal wieder ein paar Dinge für mich kaufen, weil ich ja sonst nie zum einkaufen komme. Und somit begann ich, an der Straße langzulaufen. Der erste Stand, an dem ich hielt, war ein Stand mit Früchten, wo ich mir Papaya und Drachenfrucht kaufte. Ich werde nie das Lächeln der Verkäuferin vergessen. Ich war so stolz auf mich, dass ich das alles auf Thai bewältigen konnte und schon nach dem einzigen Einkauf ging mein Selbstbewusstsein in die Höhe. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich schon Shirts und Schmuck und Hosen an diesen Ständen auf der Straße gekauft, alles jedes mal auf Thai. Ich war in diesem Moment einfach so stolz auf mich selbst. 
Nachdem ich die Straße abgeklappert hatte, ging ich auf den Markt neben der Uni. Hinter den Markt war ein kleiner Park, der direkt an einem Fluss liegt und wo man einen wunderbaren Ausblick auf das internationale Sportstadion hatte. So machte ich dort eine kleine Pause, um meine Früchte zu essen und den Augenblick zu genießen, dass ich mal alleine war und einfach glücklich. Doch dann kam ein kleines Mädchen auf mich zu und fragte mich, ob ich Taschentücher kaufen wolle. Ich lächelte sie ein und lehnte dankend ab, da ihre Taschentücher nicht gerade günstig waren. Sie setzte sich ein bisschen weiter weg ins Gras. Ich schaute sie eine Weile an und wie sie da so saß, tat es mir einfach irgendwie richtig weh. Ich saß da auf dem Stein mit meiner Papaya in der Hand und dieses kleine Mädchen versuchte, an Leute Taschentücher zu verkaufen. Bevor ich so richtig realisieren konnte, was hier passiert, bewegten sich meine Beine auf sie zu und setzte sich zu ihr ins Gras. Auf Thai fragte ich sie, wie sie heiße und sie verriet mir ihren Namen - Sanrak. Ich fragte sie auch nach ihrem Alter und sie sagte, dass sie 8 Jahre als sei.. 8 Jahre. Irgendwie überkam mich ein komisches Gefühl. Ich fragte sie, ob sie jeden Tag Taschentücher verkaufen würde und sie sagte mir, dass sie es jeden Tag täte. Auch fragte ich sie, ob sie dann danach irgendwas schönes für sich kaufen würde, doch sie erzählte mir, dass sie das Geld ihren Eltern geben würde und das war genau das, was ich vermutet hatte. Und doch traf es mich, es traf mich sehr, dass ich jeden Tag mein Geld ausgeben kann, ohne mir darüber viele Gedanken zumachen, dass ich auf einen Stein sitze und tropische Früchte essen kann, während ein Grundschuldkind nach der Schule Taschentücher im Park verkaufte. Ich erzählte ihr, dass ich aus Deutschland käme und dass ich jeden Donnerstag herkäme und ob sie dann Lust hätte, ein bisschen mit mir zureden und sie lächelte mich mit diesem strahlenden Lächeln an, ein Lächeln eines Kindes, so unbeschwert, dass es mir das Herz zerriss. Sie nickte und ich fragte, ob ich doch noch eine Packung von ihr kaufen könnte und gab ihr dafür das Doppelte. Und wieder dieses Lächeln. Sie machte den Wai vor mir, bevor sie ging, den traditionellen Thai Gruß, bei dem man den älteren gegenüber Respekt zeigt und ich winkte ihr zu und dann ging sie. Bevor auch ich mich auf den Weg machte, setzte ich mich unter den Stein und benutzte ihre Taschentücher, um meine Tränen abzuwischen, die sich wieder ansammelten. 
Ich ging wieder auf den Markt und schaute mich um. Es machte mir so viel Spaß, herumzulaufen und mir die Stände anzuschauen und auch das ein oder andere zu kaufen. Ich fand die Lieblingssüßigkeiten meiner Gastmama und kaufte sie für sie und auch gekochte Erdnüsse, die man Gastpapa so sehr liebt und auch die nahm ich mit. Plötzlich fiel auf einmal ein Mann vor mir hin. Ich denke, er war ausgerutscht. Er war etwas älter und hatte Probleme damit, aufzustehen und ich konnte es nicht fassen, dass alle an ihm vorbeigingen. Ich kniete mich zu ihm hin und half ihm auf die Beine. Eine kleine Geste, die für diesen Mann so groß war und die er so sehr schätzte, dass er sich tausendmal bei mir bedankte und mir eine Banane schenkte. Und wieder dieses Gefühl, dass mir die Tränen kamen, die ich versuchte, so gut wie möglich wegzustecken. Es bedeutete mir einfach so unendlich viel. Der ein oder andere würde jetzt vielleicht sagen 'sie fängt an zu heulen wegen einer Banane', aber ich schätzte es einfach so sehr, dass dieser Mann so dankbar war, dass er mir einfach irgendwas zum Dank geben wollte und das gerade das einzige war, was er bei sich hatte. Vielleicht denke ich auch zu viel, aber ich bin dankbar für Dankbarkeit.
Als es langsam dunkel wurde und meine Tasche so mit Tüten vollgepresst war, dass ich nichts mehr kaufen konnte, ging ich zurück zur Schule, wo Ohm schon auf mich wartete und mein Gastpapa und Nui uns abholten. Ohm kam von einem Petanque Turnier wieder und er erzählte mir unendlich stolz, dass er morgen für die Goldmedaille antreten würde und Bronze schon sicher hätte. Ich lies meiner Begeisterung freien Lauf und gab ihm einen Highfive und zum Zeichen unserer Liebe zeigten wir uns wie üblich den Mittelfinger und er machte sich über meine kleinen Finger lustig (kann ja nichts dafür, dass er so große Pranken hat, das sage ich ihm jedesmal). Dann gab ich meinem Gastpapa die Erdnüsse und er freute sich riesig. Nui gab ich die Kette, die sich auch sehr bedankte und ja, Ohm freute sich wohl mit Abstand am meisten. Eigentlich blödeln Ohm und ich ja immer nur rum und beleidigen uns aus Spaß, das ist so unser Ding. Und Lob gönnt er mir auch nicht. Und allgemein kaum gute Worte, aber mittlerweile kann ich erkennen, wann er sich über etwas freut und wann nicht, wann er sauer ist und wann er nur so tut, allgemein kenne ich seine ganze Persönlichkeit wahrscheinlich besser als jeder andere. Und dieser Mensch war außer sich wegen der Kopfhörer (waren auch ziemlich gute und für Thaiverhältnisse ein Vermögen wert). Die ganze Zeit wiederholte er 'Dies ist der beste Tag überhaupt' und obwohl dies nun seine Kopfhörer waren und ich meine eigenen habe und wir uns so nicht mehr teilen mussten, wollte er trotzdem mit mir zusammen Musik hören, sodass er mir einen Hörer von seinen gab und mir den ganzen Rückweg lang Thaisongs zeigte nud wir ordentlich dazu abrockten und uns totlachten. Mein Gastpapa bestaunte das ganze Schauspiel durch den Rückspiegel und musste ständig lachen, wenn Ohm und ich zusammen ein Luftgitarrenkonzert gaben. 
Als ich im Bett lag, mit einem Lächeln und einer Träne im Auge, war ich glücklich. Nach langer Zeit war ich wirklich wieder vollständig glücklich. Ich war nie ein Mensch, der an Wunder glaubte. Wunder waren für mich ein Mythos. Doch gestern hab ich mehrere Wunder erlebt und angefangen, an die kleinen Wunder zu glauben, die wir jeden Tag erleben. Dieses Wunder, mit Jimmy auf dem Highway auf der Ladefläche zu sitzen und zu singen und zu lachen, bis wir Bauchschmerzen hatten. Das Lächeln des Mädchens. Das Lachen der Verkäufer, mit denen ich scherzte und redete auf dem Markt. Die Banane des Mannes. Ohms Worte und die Freude in seinen Augen. Das Lachen meines Gastpapas. Meine Veränderung. Manchmal fühle ich so viel, dass ich es nicht mehr ertragen kann. Gestern hab ich den ganzen Tag gefühlt, so unendlich viel gefühlt und jedes Mal dachte ich mir 'Was hast du dich verändert. Was bist du für ein anderer Mensch.' Es sind tägliche Wunder, die hier passieren und die mich zu dem gemacht haben, die ich jetzt bin. Es macht mich stolz, was ich geschafft habe. Und dieser Tag hat mir gezeigt, wie sehr ich gewachsen bin. Wie viel Größe ich zeigen konnte.
Wunder gibt es jeden Tag. Macht die Augen auf und seht sie. Dreht euch nicht weg. Sie sind real. Glaubt an Wunder.
- Kim
 
   
 
  

Samstag, 19. November 2016

Halbzeit

Nach 5 Monaten Thailand 

Und da ist er wieder - der 20te. Der Tag, an dem ein Monat wieder vergangen ist. Aber der 20.11.2016 ist nicht nur wieder irgendein vergangener Monat, nein, der 20.11.2016 bedeutet, dass die Hälfte meines Austauschjahres schon vorüber ist.
Es ist ein erschreckendes und befreiendes Gefühl zugleich. Was habe ich nicht schon alles erlebt? Was ist nicht schon alles passiert? An was für Orten bin ich nicht schon gewesen? Wie viele Freunde habe ich nicht schon gefunden? Es ist und bleibt immer wieder ein atemberaubendes Gefühl, nach hinten zu schauen, doch das nach vorne schauen fällt mir zurzeit ein wenig schwer.
Was sind 5 Monate nicht langsam vergangen. Die Zeit zog sich wie ein Kaugummi hin..und nun die komplette Zeit noch einmal? Puhh. Und das Schlimmste kommt ja erst noch - Weihnachten. Was haben wir Austauschschüler nicht alle Angst vor Weihnachten. Es ist das Eine, Weihnachten in einem anderen Land ohne seine Familie zu feiern, aber auch nochmal was ganz anderes, Weihnachten in einem Land zu erleben, wo es gar kein Feiertag ist und somit auch überhaupt nicht richtig gefeiert wird. Gerade für uns Deutsche einfach unvorstellbar. Aber Weihnachten ist nicht das Einzige, was mich zurzeit etwas nachdenklich stimmen lässt.
Es sind die kompletten Umstände. Meine Familie ist hochbeschäftigt und das weiß ich ja schon von Anfang an. Mittlerweile machen wir überhaupt nichts mehr zusammen, da meine Gasteltern sowohl unter der Woche als auch am Wochenende arbeiten und meine Gastgeschwister eben ihr Ding machen, was ich ja auch total verstehen kann..aber es macht mich einsam. Am Wochenende bin ich meistens alleine Zuhause. Zu planen, irgendwohin zu gehen, ist dann meist auch ziemlich schwer, weil ich nicht möchte, dass sich meine Gasteltern mir anpassen müssen und es ist auch immer ziemlich schwer, zu fragen. So habe ich meinen komplett festen Alltag, meine Routine, aus der ich mich nicht befreien kann. Und das fällt mir schwer. Es fällt mir schwer, alleine zu sein. Und in solchen Momenten fehlen mir meine Familie und meine Freunde in Deutschland.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich sehr darum kämpfen muss, dass meine organisatorischen Dinge auch umgesetzt werden. Meistens mache ich solche Dinge gar nicht mehr mit meiner Gastfamilie, sondern mit meinen Freunden aus der Schule, da sie mir immer zur Seite stehen, bei allem. Ich denke, hätte ich meine Freunde nicht, wäre ich verloren. Sie versuchen immer, mir so viel zu bieten und mir bei allem zu helfen. Letztens bin ich mit Jimmy nach der Schule essen gegangen und wir haben uns in unseren Gesprächen verloren, denn immer, wenn ich mit Jimmy alleine bin, reden wir nucht über diese oberflächlichen Dinge, sondern über alles, was wir fühlen, was wir erleben, was uns Sorgen bereitet, was uns wütend macht. In der Thai Kultur gehört es sich nicht, über solche Dinge zu reden, aber Jimmy unterscheidet sich von allen anderen, da sie ein Jahr in Amerika verbracht hat und meine Art zu denken versteht. Sie half mir auch, nach ewig langer Zeit endlich mein Paket nach Deutschland abzuschicken und danach gingen wir noch auf einen Markt bummeln. KT aus meiner Klasse lud mich ein, mit ihr und ihrer Familie nach Chiang Mai zu fliegen, hoch in den Norden von Thailand. Chiang Mai ist unglaublich berühmt und jeder der Austauschschüler träumt davon, mal nach Chiang Mai zu fliegen, weil die Natur dort atemberaubend ist. Es dauerte lange, meine Familie zu fragen und auch das Buchen der Tickets stellte sich als eine längere Aufgabe heraus, die letztendlich KT übernahm. Nun geht es also in zwei Wochen los und ich bin so unendlich dankbar und freue mich schon wahnsinnig. 
Wenn ich bei meinen Freunden bin, bin ich glücklich. Wir lachen so viel zusammen. Wenns sein muss, weinen wir auch zusammen. Wir kämpfen zusammen, aber am allermeisten lachen wir wirklich nur und trotz der harten Schule und drr langen Tage, weiß ich, dass ich ohne sie verloren wäre.
Ich glaube, ich werde niemals richtig beschreiben können, was in mir vorgeht. Manchmal, wenn ich melancholisch werde, muss ich mich daran erinnern, warum ich angefangen habe. Es kommen noch do viele Dinge auf mich zu und ich habe Angst, dass ich in der Zeit stecken bleibe. Es gibt Tage, da finde ich alles einfach nur zum Kotzen und ich will mich einfach nur in mein Bett verkriechen und mit niemanden reden. Und dann gibt es die Tage, wo ich aus dem Fenster schaue und mich immer wieder aufs Neue in dieses Land verliebe. 5 Monate Thailand haben mich verändert. Sie haben mich so viel stärker gemacht und in vielen Dingen bin ich über mich hinausgewachsen. Ich bin stolz auf das, was ich busher erreicht habe. Und ich bin stolz darauf, dass ich an Tagen, wo alles zum Kotzen ist, immer wieder den Mut und die Motivation finde, aufzustehen und weiterzumachen. Thailand ist nicht nur meine Herausforderung, Thailand ist auch meine Seele und ich bin ihr komplett verfallen.
- Kim
 
   

 

Mittwoch, 26. Oktober 2016

YFU Midyear Camp

Das Wiedersehen

Am Freitag, dem 07.10.2016 brachte Mae mich zum YFU office, wo ich alle anderen Austauschschüler treffen sollte, um zusammen zu reisen und unsere Erfahrungen auszutauschen. Das Camp ging vier Tage, also bis zum Dienstag dem 11.10.2016. Schon im Auto war ich unendlich aufgeregt und konnte kaum reden. In diesem Moment war der Bangkoker Verkehr natürlich noch nerviger, denn es konnte mir gar nicht schnell genug gehen. Dann fanden Mae und ich auch noch das office nicht und mussten meine Betreuerin von YFU anrufen, wo sich das Office denn nun befindet. Als wir dann endlich ankamen, sah ich schon die ersten anderen Austauschschüler. Ich war so unendlich glücklich und wir schlossen uns alle schnell in die Arme und ließen uns eine lange Zeit nicht mehr los. Ich verabschiedete mich von Mae und wartete mit den anderen, bis alle da waren. Was für ein Gefühl, endlich wieder Deutsch zu sprechen. Was für ein Gefühl, mit Menschen zu reden, die seit Monaten genau das Gleiche machen, wie du, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und genau das selbe fühlen, wie du. Die einzigen Menschen weit und breit, die dich wirklich verstehen. 
Miri, ein Mädchen aus Deutschland und derzeit im Norden von Thailand lebend, hatte ich wirklich sehr vermisst, da wir im Orientationcamp schon unendlich viel Zeit zusammen verbracht hatten und freute mich dann umso mehr, sie zusehen. Wir erzählten von unseren Familien und von der Schule, von all den Unterschieden. Auch mit Mira, die auch in Bangkok wohnt, konnte ich mich wunderbwar unterhalten und schon von Anfang an stand irgendwie fest - in diesem Camp werden wir auf jeden Fall in einem Zimmer sein. Wir waren einfach von Anfang an auf der selben Wellenlänge.
Als alle da waren, fuhren wir noch nicht sofort los, sondern hatten erstmal ein Meeting über unsere Sprachkenntnisse und Erfahrungen. Wir sprachen über Gastfamilie und Schule und Freunde. Wir waren jedoch auch froh, als wir fertig waren, denn dann setzten wir uns endlich in unsere Vans. Da wir 13 Leute + Betreuer waren, gab es zwei Vans. Ich stieg in einen Van mit Jakob, einem Jungen aus dem Norden (der unmenschlich groß war und sich somit das ganze Camp über über meine Größe lustig machte (falls du das liest Jakob, ich hasse dich:D)), mit Miri und Mira, Takka, einem Jungen aus Japan, Fin aus der Schweiz und Antonia aus Deutschland. Zusammen waren wir eine lustige Truppe. Ich setzte mich mit Jakob in die hinterste Reihe und auch da redeten wir über alles, was uns so passiert war bisher - lustiges, komisches und auch schlimmes. Geheimnisse gab es nicht.
Endlich erreichten wir unser erstes Resort in Khon Khlon, welches unterhalb von Bangkok und relativ nah an der Küste liegt. Das Resort war der Hammer. Es bestand aus einem riesigen See wo einzelne kleine Häuser auf einem Gerüst standen und man somit auf Wegen überm Wasser lief. Was auch viele Nachteile gab, da Jakob uns alle die ganze Zeit hineinschubsen wollte. Zu viert sollten wir jeweils ein Haus beziehen, somit teilte ich kir ein Haus mit Miri, Mira und Lena, welche bisher im Süden von Thailand lebte und bald in den Norden ziehen sollte. Wir hatten die perfekte Truppe zusammen. Da es relativ später Nachmittag war, machten wir nichts großes mehr, jedoch fuhren wir in kleinen Booten auf dem See herum. Sophie aus Belgien und ich saßen in einem Boot und solange Sophie steuerte, machten wir einen relativ guten Job. Danach gabs essen, welches wir uns selber kochen sollten. Als unsere Betreuerin uns es vormachen wollte, fackelte sie den ganzen Tisch an, doch es brannte nicht allzu lange. Wir beschlossen, uns kein Beispiel an ihr zunehmen. 
Miri und ich kochten dann zusammen. Ich brannte zwar ein bisschen was an, trotzdem war es nicht allzu schlecht. Die Moskitos fielen über uns her jnd schon bald waren wir alle zerstochen, aber irgendwie machte das nichts. Wir aßen und redeten und lachten unendlich viel und dann fing es auch sn zu regnen, und diese ganze Atmosphäre war einfach nur unendlich toll. Dann wurde auch noch die Karaoke Maschine angeschmissen und es gab kaum welche, die nicht mitsangen. Bald gingen wir dann auch schon ins Bett, es wurde Zeit und am nächsten Tag stand einiges am Programm an.
Der nächste Tag begann mit einem viel zu lauten Wecker. Nur mit Mühe konnten wir aufstehen. Nachdem sich alle fertiggemacht hatten, schlürfte mein Haus zuk Frühstück, wo man schon aufgedeckt hatte und wir so direkt snfangen konnten. Wir bekamen auch nich YFU Midyearcamp Uniformen, die aus einem einfachen T-Shirt bestanden mit YFU Aufschrift und einer ziemlich komischen Hawaii Hose. Wir fühlten uns alle ziemlich lächerlich, aber es munterte uns auf, dass wir alle so scheiße aussahen. Als erstes ging es zu einem Floating Market. Wir wurden in unsere Teams aufgeteilt (Team grün - Miri als Captain, Sophie, Dona aus Deutschland, Claire aus Frankreich und ich) und fuhren zu einer Zuckerplantage, wo Zucker aus dem Saft von Palmen gewonnen wurde. Danach hatten wir die Aufgabe, aus unserem Boot heraus lokals Produkte aus anderen Booten zu kaufen. Miri und ich machten einen ziemlich guten Job und kauften einfach alles, was uns in die Hände fiel. Da war ich zum ersten mal schin ziemlich stolz, was wir auf Thai alles so sagen können. Unser Team gewann auch das Spiel. Miri, wir waren die coolsten!
Nach dem Floating Market ging es zu einem kleinen Hafen mit Booten, wo wir jeweils wieder in zwei Boote eingeteilt wurden. Wir fuhren in ein Schlammgebiet, wo wir hinein waten sollten und kleine Bäume pflanzen sollten. Da machte sich meine Größe bemerkbar. Ein Schritt und mein komplettes Bein sank ein. Ich brauchte Takkas Hilfe, um wieder hinaus zu kommen und es machte dieses widerliche Schlickgeräusch, das so laut war, dass alle in meine Richtung schauten. Ich dankte Takka und wollte weitergehen, da sank ich mit dem nächsten Bein ein. Da gab ich es auf, weiter hinein zugehen. Ich pflanzte meinen blöden Baum in meinen alten Fußstapfen und ging irgendwie wieder zurück. Jedoch hatten mich kleine Krebse geschnitten, sodass mein Bein un wenig blutete und eine der Betreuerinnen anstalten machte, da irgendeas raufzukleben.
Mit dem Boot ging es dann weiter in einen kleinen Kanal, wo sich Affen an den Seiten tümmelten. Wir warfen ihnen Bananen und Gurken und alles Mögliche zu, aber leider kamen sie nie so nahe, dass wir sie anfassen konnten. Dann fuhr das Boot aufs offene Meer. Das Meer war aber nicht so tief, sodass wir alle aus dem Boot klettern konnten und im Wasser noch stehen konnten, nur der Grund war ein wenig schlammig, sodass man schnell einsank. Jeder durfte eine Runde Wasserski fahren. Man stellte sich auf zwei brettern und ein anderes Boot fuhr los. Am Anfang war es ein bisschen schwer, das Gleichgewicht zu halten, aber nachdem man sicher drauf stand, war es unendlich lustig. Wenn man wartete oder schon gefahren war, waren wir damit beschäftigt, uns gegenseitig mit Schlamm abzuwerfen. Es war so so schön. Ich werde das nie vergessen.
Wir fuhren zurück zum Hafen und auf der Ladefläche eines Transporters dann zurück zum Resort. Dirt spielten eir im See Wasserpolo und Wasserboxen, worin ich unendlich schlecht war und Jakob mich jedes mal vom Balken schubste. Nachdem wir alle geduscht waren, fuhren wir dann noch zu einem Nachtmarkt, wo wir ein bisschen herumstöberten. Jakob kaufte sich eine Musikbox, die uns dann auf jeder Vanfahrt verfolgen sollte. Ebenso kauften wir uns Shirts und eine Menge zu essen, um an Ende einen Fressabend zu machen. Es fing doch sehr stark an zu regnen, sodass wir zum Resort fuhren. Abends skypte mein Haus dann noch mit Daniel, dem Amerikaner aus dem Orientation Camp, der uns leider nach einem Monat schon verlassen hatte, da er im Sommerprogramm war. Wir redeten ziemlich lange mit ihm, doch auch wir waren müde und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag sollte es nach Hua Hin gehen, direkt an den Strand un da freuten wir uns alle wahnsinnig drauf. 
So mussten wir auch wieder früh aufstehen. Wir packten unsere Sachen, aßen Frühstück und setzten uns in die Vans. Zuerst hielten wir an einem Touristenstrand, wo wir die Zeit damit verbrachten, Bilder zu machen. Dann fuhren wir zum Resort. Wir wurden wieder in zwei Häuser aufgeteilt, doch mein Haus zuvor blieb zusammen. Wenn man aus dem Hintertür ging, war man direkt an der Strandpromenade und konnte aufs Meer schauen, wo sich drei wunderschöne Inseln erstreckten. Natürlich hielt uns nicht mehr viel, wir rannten direkt ins Wasser und verbrachten dort unseren Nachmittag. Es war wirklich lustig, da wir uns die ganze Zeit umwarfen und viel herumalberten. Ich merkte immer wieder, wie sehr mir diese Menschen ans Herz gewachsen waren. Selbst mein Handy nahm ich nicht mal mehr mit, ich ließ es die ganze Zeit in meinem Zimmer, denn ich brauchte es nicht. Ich war unendlich glücklich, die ganze Zeit über.
Am Abend gab es ein Pillow Talking, wo wir mit unseren Betreuern zusammensaßen und über Probleme und alles redeten. Ein Kissen wurde immer wieder herumgereicht und wer es hatte, durfte sprechen. Als ich an die Reihe kam, wusste ich gar nicht, worüber ich erzählen sollte, da ich keine wirklichen Probleme habe. Ich habe eine tolle Gastfamilie und tolle Freunde. Also erzählte ich eifnach, dass ich mich super gut mit Ohm verstand und wie lieb meine Gastfamilie ist. Nach dem Pillow Talking hatten Miri, Mira und ich unser eigenes Pillow Talking in unserem Zimmer. Mit underen Gesprächen gingen wir so sehr in due Tiefe, dass Tränen flossen und wir uns alle zusammen kuschelten und einfach drüber reden konnten. Ich denke, das hat uns sehr verbunden, alle zusammen. Es hat uns noch mehr zusammengeschweißt. 
Der letzte Tag brach an. Wir aßen wieder ganz normal Frühstück und zogen uns an und dann ging es auch schon los. Mit dem Van fuhren wir zu einem kleinen Affenpark. Meiner Meinung nach war das eine der besten Aktivitäten, die wir gemacht haben. Die Affen ließen sich unheimlich gut füttern und anfassen. Sie waren so zutraulich, dass es eigentlich schon unfassbar war. Ich hatte einen Buddy, der auf einem Stein saß und den ich die ganze Zeit kraulte. Er war so weich und so menschlich und er hielt ab und zu meine Hand fest. Ich hätte ihn gerne einfach in meinen Rucksack gepackt. Manche Affen setzten sich sogar auf die Schultern. Sie waren so so süß, wir wollten gar nicht weg. Doch natürlich mussten wir wieder gehen, somit beteten wir kurz im anliegenden Tempel und fuhren weiter. Wir fuhren nur ein Stück, dann stiegen wir aus, versammelten in useren Gruppen und machten Sprachspiele. Nun ja. Ich war einfsch ziemlich froh, dass wir Miri in unseren Team hatten, welche schon das Thai Alphabet lesen ud schreiben kann, sodass wir gar nucht so schlecht waren. Es war auch schon ziemlich lustig.
Wir aßen etwas und versammelten uns am Strand, wo wir eine Foodrally machen mussten. Auch da verkackte mein Team wieder völlig, aber wir haben uns trotzdem gefeiert als wären wir die Helden gewesen. Wir verbrachten wieder einige Zeit im Meer, bis unsere Betreuerin uns sagte, dass das Banana Boat bereit war. Sophie, Miri, Jakob, Lena und ich stürtzen uns als erste aufs Boot, legten uns Schwimmwesten an und setzten uns rauf, dann gings los. Es war ziemlich wackelig auf dem Boot. Der Fahrer fuhr hinter die erste Insel, was so schön war und wir genossen den Ausblick. Genau hinter der Insel wendete er sein Boot, sodass wir alle ins Wasser stürtzten. Schon dort war es relativ schwer, wieder aufs Boot zu kommen für mich, aber nach kurzer Zeit war auch das möglich. Dann ging es weiter. Wir fuhren wieder Richtung Strand und dann ließ er uns wieder fallen. Es war sehr kraftaufwendig, auf dieses blöde Boot zu kommen, gerade für kleine und eingerostete Leute wie mich. Wie eine schwangere Seerobbe hievte ich much aufs Boot, fühlte mich ziemlich schlapp und betete, dass er uns nicht nochmal fallen lassen würde. Falsch gedacht. Beim dritten mal war ich dann völlig fertig. Mittlerweile dauerte es auch ein wenig, bis ich überhaupt aufs Boot kam. Ich war froh, dass Sophie mir ein bisschen helfen konnte, denn ich war völlig fertig davon. Ich fragte mich, wie die anderen das so schnell bewältigen konnten? Naja. Es passierte nicht nochmal. Beim letzten Mal wurden wir direkt am Strand abgeworfen, sodass wir die Westen direkt an die nächste Truppe weitergeben konnten. Muskelkater in den Armen erwartete mich schon bald. Wir gingen duschen und machten uns bereit, zum Pizza essen zu fahren. Während des Pizza essen bekam ich eine Nachricht aus Deutschland, die much unendlich traf und ich mich sehr zusammenreißen musste, keine Tränen fallen zu lassen. Auch da habe ich wieder gemerkt, was für tolle Freunde ich habe. Mira und Miri haben natürlich sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt und schon bald gingen wir eine Runde spazieren und ich konnte alles einmal rauslassen. Aufh, wenn ich mich schrecklich und irgendwie leer fühlte, war ich nicht allein. Abends trafen wir uns wieder zu unserem privaten Pillow Talking, kuschelten uns wieder zusammen und ich ließ alles raus. Danke Leute, für all die lieben Worte und alles, was ihr für mich getan habt. Ich werde das nie vergessen.
Es wurde Dienstag und Dienstag bedeutete Rückfahrt. Wir hörten wieder die ganze Zeit Musik, aber die Abschiedsstimmung lag einfach in der Luft. Wir hielten einmal, um bei KFC etwas zu essen, dann verabschiedeten wir uns vom anderen Van und fuhren weiter. Beim YFU office verabschiedete ich much dann von meinen Freunden und ich hätte schon wieder weinen können. Das nächste Camp wird Ende Februar sein, eine unendlich lange Zeit. Mae und Nui holten mich ab. Es ist immer wieder wunderbar, mich an diese Tage zu erinnern. Sie haben mir unendlich viel Kraft gegeben und Motivation. Den Mut, immer wieder nach vorne zu schauen, auch wenns manchmal schwer ist. Sie haben mir gezeigt, was für tolle Freunde YFU mir gegeben hat. Ich freue mich unendlich doll aufs nächste Camp. Ich vermisse euch, Leute. Wir sehen uns wieder.
- Kim

  
        

Freitag, 14. Oktober 2016

13. Oktober 2016

Der Tag, an dem der König starb

Vor kurzem hatte ich ein YFU Camp, von dem ich eigentlich zuerst berichten sollte, doch was ich hier nun schreiben werde, ist tausendmal wichtiger und tausendmal bedeutender für mich. Daher werde ich von dem Camp berichten, wenn sich die Lage ein wenig beruhigt hat und ich den Kopf wieder frei habe, um detailliert zu berichten.
Am Mittwoch, dem 12. Oktober 2016, erzählte uns meine Englischlehrerin, dass der König sehr krank sei. Der König ist 88 Jahre alt, ein stattliches Alter und zuerst machte sich darüber nucht wirklich irgendjemand Gedanken, doch im Laufe des Tges erschien in den Nachrichten, dass sich nun die ganze royale Familie im Krankenhaus eingefunden hat. Dies beunruhigte dann doch. Meine Klassenkameraden waren am Boden zerstört. Sie erzählten mir von den Risiken, die eintreten, wenn der König sterben sollte. Sie erzählten mir, wie gefährlich es dann in Thailand wäre, weil der König der einzige Mensch ist, der den Frieden in Thailand halten kann. Die Thais lieben ihren König, das habe ich seit dem ersten Tag hier in Thailand gemerkt. Sie lieben ihn nicht nur, sie vergöttern ihn. Überall sieht man Gemälde auf der Straße stehen, überall hängen Bilder im Klassenraum und sogar in manchen Supermärkten. Jeden Morgen wird voller Stolz die Königshymne gesungen. Daher wusste ich, was der König den Thais bedeutet.
Wir haben lange darüber gesprochen, was passieren könnte, wenn der König stirbt. Er hat einen Sohn, doch die Thais lieben ihn nicht so sehr wie ihren König.. im Gegenteil. Doch es ist gefährlich, in Thailand über soetwas zu reden, daher haben meine Freunde mir das alles nur sehr grob erzählt und auch ich sollte aufpassen, was ich erzähle. Auf jeden Fall liegt es auf der Hand, dass sich vieles verändern wird. Alle meine amerikanischen Lehrer haben gesagt, dass es wohl besser sein wird, Thailand zu verlassen, sollte der König sterben, denn dann sei es hier nicht mehr sicher, für niemandem. An diesem Tag ging ich bedrückt nach Hause, da ich nicht wusste, was passieren würde. 
Doch es folgte der 13. Oktober 2016. Ein ganz normaler Donnerstag. Die Sonne schien und es war sogar ein bisschen windig. Ich ging ganz normal zur Schule, hatte ganz normalen Unterricht, hatte viel Spaß mit meinen Freunden, wurde ganz normal abgeholt und ging ganz normal nach Hause. Da bekam ich eine Nachricht via Whatsapp: 'Der König ist tot.' Ich hab es erst nicht geglaubt. Ich wollte es wirklich nicht glauben. Ich schrieb sofort in unsere Klassengruppe, ob es stimmte, doch sie sagten, dass sie noch nichts gehört hätten und die Pressekonferenz abwarteten. Nui schrieb mich an, ob ich mit Ohm bitte die Nachrichten für sie schauen könnte, denn Ohm und ich waren alleine Zuhause. Also ging ich hinunter zu Ohm und wir machten die Nachrichten an. Wir standen einfach nur da, wollten uns nicht mal hinsetzen.
Der Mann, der auf dem Bildschirm erschien, hatte ein steinernes Lächeln. Es rührte sich nichts in seinem Gesicht. Der Hintergrund war blau und es gab keine Hintergrundmusik. Als er anfing zu reden, verstand ich nichts, aber das musste ich auch nicht. Ich wusste es von der Sekunde an, als Ohm mich anschaute. Ich wusste es von der Sekunde an, als ich das leise Zittern in der Stimme des Moderators hörte. Ich wusste es, als die ersten Tränen meines Gastbruders liefen. Ich dachte, dass mein Handy explodieren würde, so viele Nachrichten bekam ich. Meine Freunde, die total aufgelöst waren, es einfach nicht fassen konnten, dass ihr geliebter König tot ist. Meine Organisation, die sagte, dass wir Ruhe bewahren sollten und wir abwarten und schauen, was passieren wird. Meine Deutsche Familie, der ich von Anfang an schon gesagt hatte, dass hier etwas passieren wird. In dem Moment, als die Nachrichten vorbei waren, war ich mittendrin in der Änderung von Thailands Geschichte. Eine bedeutsame und praägende Änderung für das ganze Land.
Draußen hörte ich Klagelieder, die mir das Herz zerrissen. Ich hörte Menschen die Königshymne singen und 'Lang lebe der König' schreien. Ich konnte den Schmerz der Welt nicht mehr ertragen und ging ins Bett und hoffte, am nächsten Tag aufzuwachen und dass das alles nur ein böser böser Albtraum war. Doch als ich am nächsten Tag aufwachte und auf Facebook schaute, sah ich, dass alle ihre Profilbilder zu einem rein schwarzem Bild oder ein schwarz-weiß Bild oder ein Bild mit der Unterschrift 'Lang lebe der König' hineingestellt haben. Außerdem überall Posts mit 'Ich bin wärhend der Regierung von Rama IX geboren. Der beste König aller Zeiten, den ich für immer lieben werde. Lang lebe der König.', oder 'Wir sind vielleicht nicht das beste Land, aber wir haben den besten König.'. Es war Nuis Geburtstag und als ich sie sah, waren ihre Augen verquollen vom Weinen. Während wir zur Schule fuhren, sah ich, dass alle Lichter in Bangkok ausgeschaltet waren. Die Stadt, die einst so farbenfroh und wunderschön aussah, war kalt und trostlos geworden, erstickt vom Schmerz. Nicht einmal die Anzeigetafeln der Tankstelle waren eingeschaltet. Das einzige, was beleuchtet war, waren die Gemälde des Königs, die an den Straßenrändern standen. Es schien, als habe sich die ganze Nation in ihrer Trauer zusammengetan. In der Schule hielten wir 5 Schweigeminuten. Wir sangen die Nationalhymne, aber nicht die Königshymne. Gegen 9:30 gab es dann die Durchsage, dass alle Schüler, die nach Hause gehen wollen, nach Hause gehen konnten, doch meine Freunde und ich beschlossen, in der Schule zu bleiben. Ein Freund von mir weinte bitterlich. Er erzählte mir, was für ein guter Mensch der König war, dass er Straßenhunde rettete und sich um die Armen kümmerte, dass er sich nie für irgendetwas zu schade war und am Anfang nicht mal König sein wollte. Er erzählte mir, dass vor dem Krankenhaus, in dem der König starb, sich nachts eine Menschenmasse versammelt hatte und nicht aufhörte, 'Lang lebe der König' zu rufen. Jedem, dem ich an jenem Tag begegnete, trug schwarze Kleidung. Alle Lehrer, alle Menschen auf den Straßen.
Alle betrauern ihren König. Meine Freunde spekulieren, dass es vielleicht 2-3 Monate dauern wird, bis es die ersten Aufstände gibt. Niemand kann es wissen. Thailands Zukunft ist jetzt ungewiss und ich stecke mittendrin. Ich bin hier und ein Teil dieser Geschichte, einer unendlich traurigen Geschichte. Ich bete weiterhin für Thailand, meinem zweiten Zuhause und ich bete für den König, der es geschafft hat, dass jeder einzelne seines Volkes ihn geliebt hat. Rest in Peace, Rama IX. Lang Lebe Der König.
- Kim
 
 

Mittwoch, 28. September 2016

Eine andere Welt

Urlaub in Chanthaburi

Von Samstag bis Montag verbrachte ich die Tage mit 8 meiner Freunde aus dem Thai Programm in Chanthaburi. Wir trafen uns am Samstag an der Schule (jedoch erst nur 5 von uns) und fuhren zusammen los. Den Tag verbrachten wir nicht in Chanthaburi, was ich zuerst vermutet hatte, sondern an einem Strand, der nicht weit von Bangkok entfernt war. Es war ein Strand, der nucht für Touristen bestimmt war, sondern eher für die thailändische Bevölkerung und daher wurde ich immer ein wenig schied angeschaut, sobald man mich sah. Wir mieteten uns eine Reihe von Liegen, die unter einer Plane standen, dann verließen wir die Eltern einer Freundin und gingen alleine los. Es war wirklich ein schöner Strand, der zwar sehr der Ostsee ähnelte, dennoch unendliche viele schöne Dinge bietete. Besonders beeindruckten mich all die Palmen und dass der Sand so unendlich hell war. 
Nachdem wir eine Weile herumgeschlendert waren, entdeckte einer meiner Freunde einen Stand, wo man Fahrräder mieten kann. Zurück kam er mit einem Tandem und einem Tridem. Ich kann wirklich nicht beschreiben, wie lustig es war, da an der Promenade langzufahren und sich nich darauf zu konzentrieren, sich nicht zusammen hinzupacken. Doch Dank der Hitze wurde es nach einer Zeit auch ziemlich anstrengend und somit kauften wir uns ein Eis. Als die Hälfte des Tages um war, kamen die anderen Freunde dazu, darunter der Kumpel, mit dem ich mich so gut verstehe. Das wurde zum Anlass genommen, tausende Bilder zu machen, in allen möglichen Posen der Welt. Ebenso waren auch die anderen Eltern gekommen, die ganz gespannt darauf waren, mich kennenzulernen und irgendwie versuchten, mit mir zu reden. Ich war sehr froh, dass wenigstens ein Elternpaar sehr gut Englisch reden konnte, sodass ich mich eine lange Zeit mit ihnen unterhalten konnte. Als es langsam dunkel wurde, besuchten wir einen Nachtmarkt. Der Vater einer Freundin wollte mir unbedingt eine Freude machen und kaufte mir geröstete Maden und andere Insekten, die ich ehrlich gesagt nicht richtig definieren konnte. Die Maden kosteten mich große Überwindung und doppelt so merkwürdig ist es immer, wenn alle einen anstarren und darauf warten, dass du irgendeine Regung zeigst. Um ehrlich zu sein - es hat eigentlich wirklich nicht schlecht geschmeckt. Die Konsestenz der Maden war jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig, gerade von den Dicken und Saftigen (ich hoffe, ich mache hier niemanden hungrig). 
Wir schlenderten eine Weile herum. Nebenbei brachten mir meine Freunde ein paar Schimpfwörter auf Thai bei und da der Markt ziemlich voll war, bekam ich den ein oder anderen merkwürdigen Blick ab, wenn ich die Wörter stolz wiederholte. Auch brachte ich ihnen ein paar deutsche Beleidigungen bei, doch dies stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Ich meine, wie soll man Thais erklären, warum man manche Leute als 'Lauch' oder 'Lappen' bezeichnet? Das war für sie ziemlich schwer nachzuvollziehen, aber sie stellten keine weiteren Fragen.
Der erste Tag an sich war also ziemlich schön, doch er endete..grauenvoll. Nicht wirklich grauenvoll, aber ihr müsst wissen, dass ich die Nacht davor nicht gut geschlafen habe und ich nach diesem Tag nunmal sehr kaputt war. Wir schliefen diese Nacht im Haus einer Freundin. Im Thai Style. Das heißt, alle schlafen in einem Raum, bis auf die Erwachsenen. An sich war das kein Problem für mich, nur war der Raum für 9 Leute ein wenig klein. Außerdem hatte der Raum einen riesigen Fernseher, womit sie noch eine lange Zeit mit Youtube videos verbrachten, die ich nicht verstand, da sie auf Thai waren. Mein Kumpel hatte seine Gitarre dabei uns spielte mir sehr viel damit vor, was echt schön war. Ich denke, bis 2 Uhr spielten sie auch nich Karten, was ebenfalls ein Spiel war, das ich nicht recht verstand und außerdem spielten sie um Geld, und nunja.. Ich war noch nie ein Spieler. Somit ergatterte ich mir schonmal einen Platz auf der kleinen Couch zum Schlafen. Ein Glück, das nicht jeder von uns hatte. Auf die Couch passten vier Leute. Wir waren neun. Nungut. Ein paar schliefen noch auf den Boden, aber selbst da war kein Platz mehr. So kam es dazu, dass mein Kumpel mit einem Kissen auf meinen angewinkelten Beinen schlafen musste, wobei er sich noch einen Stuhl zurechtrückte, damit er seine Beine irgendwo ablegen konnte. Die ganze Nacht lang traute ich mich nicht, mich zu bewegen. Als wir schließlich um 6 geweckt wurden, hatte ich vielleicht 1 1/2 Stunden geschlafen. So begann der nächste Tag.
An diesem Tag fuhren wir dann nach Chanthaburi, wo wir zwei Holzhäuser gemietet hatten. Diese Häuser standen direkt neben einem Wassergefälle, was sehr laut war, aber auch unendlich schön. Zuerst bereiteten wir den Grill vor. Eine Freundin, mein Kumpel und ich säuberten die Muscheln und ihr Inneres, die auf den Grill kommen sollten, während die anderen Schaschlikspieße, Garnelen und Krabben vorbereiteten. Das alles schmeckte einfach nur göttlich. Nach dem Essen gingen viele meiner Freunde ins Wasser, mein Kumpel und ich blieben jedoch draußen. Er spielte Gitarre, ich hörte zu, ein kleiner Moment von Ruhe. Später saßen wir alle zusammen in einem Schlafzimmer, wo die Jungs schlafen sollten, und sie spielten wieder Karten. Das war eine harte Zeut für mich, da niemand so richtig mit mir redete und sich alle auf Thai unterhielten. Ich denke, wären wir eine kleinere Gruppe gewesen, wäre es anders gekommen, aber so war es nunmal nicht. So schob ich eine Menge Langeweile und das Akku meines Handys leerte sich rasant. Wenn ich bei den Eltern saß und sie mit mir redeten, war es so, dass meine Freunde mir manchmal gar nicht Bescheid sagten, wenn sie irgendwo anders hingingen, sodass ich mich immer ein bisschen zerrissen fühlte. Es war schon ein wenig merkwürdig und ich vermisste meine Klassenkameraden ab und zu sehr. Abends telefonierte ich dann auch eine Weile mit Jimmy aus meiner Klasse, wobei ich ihr all die Dinge erzählte. Der eigentliche Höhepunkt kam dann aber noch: 
Jemand packte den Whiskey aus. Mir wurde anfangs schon erklärt, dass sie ein wenig trinken wollen würden und mir war von Anfang an klargewesen, dass ich keinen Tropfen anrühren würde, was ich auch nicht tat. Außer mein Kumpel, der sich ebenfalls zurückhielt, bedienten sich alle anderen reichlich und es brauchte nur ein Glas, da waren sie dicht wie nichts anderes. Ich schwöre, sowas habe ich noch nie erlebt. Ich meine, in Deutschland habe ich selbst Party mit meinen Freunden gemacht und ich kann verstehen, dass man einfach nur ein bisschen Spaß haben will - aber das war kein Spaß mehr. Die erste, die betrunken war, konnte nicht mal mehr stehen und kippte immer wieder um, als sie es versuchte. Das Schlimmste war nich, dass die anderen das lustig fanden. Mein Kumpel und ich schauten uns nur an und schüttelten mit dem Kopf. Ich denke, für so einen Scheiß wurde mir dann doch zu viel über solche Dinge beigebracht, denn wenn in Deutschland jemand so betrunken war, haben wir ihn ins Bett geschickt und mit Wasser versorgt. Doch wir haben nie mit demjenigen herumgespielt, sowie sie es hier taten. Es war eine komplett andere Welt und ich beschloss für mich, dass ich in diese nicht gehören wollte. Später wurde eine Mutter von dem Gerümpel aufgeweckt und die Jungs zogen in ein anderes Zimmer. In der Zwischenzeit war es wieder 3 Uhr. Am nächsten Tag wurden wir wieder um 6 geweckt.
Ich war froh, als der letzte Tag anbrach. Wir fuhren relativ früh los, doch machten immer wieder Stopps. Einmal aßen wir Pad Thai, dann hielten wir an einer Brücke, wo man das Meer sehen konnte die Berge im Hintergrund herausragten. Die anderen machten noch wild Bilder, doch ich hatte da keine Lust mehr drauf, ich dachte nur noch an mein Bett Zuhause bei meiner Gastfamilie. So wäre ich auch beinahe in mich zusammengesackt, als es dann noch zu einer japanischen Anlage ging, wo sie sich eine Hütte einnahmen, die auf einem hohen Gerüst stand, sodass man auf einen See schauen konnte. Dazu bestellten sie Krokodil, Strauß, lebende Garnelen und alle Köstlichkeiten, die es sonst so auf der Straße nicht gibt. Ich probierte nur, aber essen konnte ich nicht wirklich. Auch der Vater meiner Freundin merkte das uns erzählte mir, dass es auch für ihn harte Tage waren und dass Thais manchmal merkwürdige Gewohnheiten haben, ebenso was Unternehmungen betrifft. Er war auch derjenige, der mir sagte, dass er mich nach Hause fahren würde und meine Gastfamilie mich nucht noch irgendwo abholen müsse, wofür ich ihm wirkilch dankbar war. Ich war froh, als ich um 21 Uhr Zuhause eintraf. Ich war froh, dass ich auf diesem Trip dabei war, denn es war schön, mal aus Bangkok herauszukommen und andere Teile von Thailand zusehen. Es war schön, Zeit mit meinem Kumpel zu verbringen und das hat uns auch mehr zusammengeschweißt. Außerdem hat es mich gelehrt, wer meine Freunde sind und wo ich moch für mich selbst sagen kann 'das ist in Ordnung' und 'das nicht'. Denn natürlich, als Austauschschüler sollte man sich anpassen, aber nie seine Werte ablegen und nie seine Akzeptanz in Frage stellen. Und ich habe gemerkt, dass ich in die Welt meiner Klassenkameraden gehöre, nicht in diese andere Welt.
- Kim
  
   

Dienstag, 20. September 2016

Temporär

Nach 3 Monaten Thailand

Ich erinnere mich nich ganz genau an den 20.06.2016, an den Tag, in dem ich ins Flugzeug stieg, das mich und alle anderen Austauschschüler nach Thailand in unser neues Leben bringen sollte. Dies ist nun exakt 3 Monate her und ich muss wirklich sagen, dass ich mittlerweile angekommen bin. Ich verbringe viel Zeit mit meinen Freunden und fühle mich super wohl in der thailändischen Gesellschaft. Den Kulturschock, den ich anfangs hatte, habe ich nun gut überwunden und ich schaue optimistisch auf die weiteren 7 Monate, die mich noch erwarten.
Wie bereits gesagt, verbringe ich viel Zeit mit meinen Freunden. Ebenso verbringe ich jetzt auch viel mehr Zeit mit meinen neueren Freunden aus der Parallelklasse. Zusammen mit ihnen ging ich letzten Dienstag nach der Schule in eine Mall und besuchten dort ein Restaurant, in dem es so gut wie alles gab, was aus dem Meer kommt. Wir aßen Shrimps und Muscheln, einige Tentakeln von Tintenfischen und ein paar Dinge, von denen ich nicht genau weiß, was es war, es wahrscheinlich aber auch gar nicht wissen möchte. Immer achteten alle sorgfältig darauf, wie ich auf alles reagieren würde und dass es für mich auch nicht allzu scharf war, denn die Farangs können sowas ja nun nicht so gut ab. Auf jeden Fall lachten wir unendlich viel und hatten super viel Spaß und wieder war da wieder dieses Gefühl, dass ich wirklich dazu gehöre. Dass ich mal nicht die Austauschschülerin bin, sondern einfach Kim sein kann, die was mit ihren Freunden macht. Ein echt unglaubliches Gefühl nach all der Zeit des Anders seins.
Nach dem Essen aßen wir wieder etwas, wie Thais halt so sind. Meine Freunde kauften sich noch ein riesiges Sandwich und ein Eis dazu, für mich reichte dann doch ein Frozen Joghurt, doch natürlich sollte ich von allen anderen noch mitprobieren, denn darauf waren sie immer sehr gespannt. Schon bald musste ich jedoch los und drei meiner Freunde begleiteten mich zurück zur Schule. Da ich ein kleines Missverständnis mit meiner Gastmama hatte, die zur Mall gefahren war anstatt zur Schule, mussten wir noch 1 1/2 Stunden auf sie warten, was uns jedoch überhaupt nichts ausmachte, hatten wir uns ja eine Menge zu erzählen. Es war einfach auch mal total cool, über Jungszeug zu reden, was Mädchen unter sich eben so tun. Das ist etwas, was meine neueren Freunde von meinen Klassenkameraden unterscheidet und so war es doch mal eine witzige Abwechslung. Was mich jedoch sehr berührte, war, dass sie mich zu unendlich vielen Unternehmungen einluden, bei denen ich mitkommen sollte. Der nächste Trip sollte bald stattfinden, denn sie hatten ein Haus in Chanthaburi gemietet, welches direkt an einem Wasserfall liegt - und ratet mal, wer mitkommen darf? Richtig, diesen Samstag gehts los und meine Vorfreude ist grenzenlos!
Auch mit meinen Klassenkameraden ist alles hervorragend. Ich merke immer wieder, wie viel Vertrauen sie mir schenken, jeder einzelne. So gibt es einige Dinge, die jeder nur mit mir alleine bespricht, weil ich einfach vom Denken her so anders bin als die Thais, denn hier in Thailand redet man mit seinen Freunden nicht über Probleme. Man bewahrt sein Gesicht und die Maske sitzt perfekt. Jedes einzelne Mal bedeutet es mir unendlich viel, wenn ich die Masken meiner Freunde ein wenig bröckeln kann. So redete ich letzten Freitag 1 Stunde lang mit Jimmy aus meiner Klasse über die Dinge, die ihr auf dem Herzen lagen, sowie ihr Exfreund oder ihre Schulnoten. Und auch Ta aus meiner Klasse vertraute mir etwas an, das nur ich wissen durfte, etwas über eine Akademie, auf die er gehen sollte und für die er Deutsch lernen sollte. Ich spüre, wie viele meinen Rat suchen und wie sehr sie mich schätzen und auch wie viel es ihnen bedeutet, dass ich immer mit ihnen über solche Dinge reden kann. Und da brach es mir glatt das Herz, als Jimmy aus dem nichts zu mir sagte: 
'Ich will nicht, dass du wieder gehst.'
In dem Moment habe ich wieder wirklich klar realisiert, was hier eigentlich passiert. Jeden Tag arbeite ich sn meinem Leben hier. Jeden Tag verbessere ich meine Sprache ein wenig, versuche mich zu integrieren, baue eine tiefere Verbindung zu meinen Freunden auf. Jeden Tag lerne ich dazu und arbeite hart an mir und meiner Einstellung, um mich Thailand anzupassen. Und irgendwann gehe ich wieder zurück und das war's. Mein Leben hier ist zuende. Ich vergesse so oft, dass mein Leben hier temporär ist. Und es macht mich so unendlich traurig, zu wissen, dass es nicht gewiss ist, wann ich all die Leute nach diesem Jahr wiedersehen kann. Es ist, wie unsere Betreuer es uns damals gesagt haben 'Ein Auslandsjahr ist kein Jahr in deinem Leben, es ist ein Leben in einem Jahr.' Es wird mir so schwerfallen, dieses Leben hinter mich zulassen. Ich weiß noch, wie ich in meinem Kulturschock dachte 'Gott, die Zeit vergeht ja nie.' Und als mein sehr guter Freund mich gefragt hat, wann ich wieder zurück müsse und ich mit 'Ende April' antwortete, sagte er total entsetzt: 'Was, so früh schon? Das ist ja schon bald!'
Ich habe hier gelernt, dass mir nichts so sehr Angst macht, wie die Zeit, denn sie fliegt, jeden Tag. Jeder Tag bringt mich dem Ende dieses Jahres näher und auch wenn einige jetzt wahrscheinlich denken werden 'Wieso macht sie sich so viele Gedanken, es sind doch moch 7 Monate?' Ja, es sind noch 7 Monate, aber es waren mal 10. Und wie meine beste Freundin hier in Thailand mal sagte: 'Wir müssen jeden einzelnen Moment hier zusammen ausnutzen, denn du hast nur dieses Jahr und die Zeit vergeht so schnell und am Ende werden wir es bereuen, dass wir so wenig miteinander gemacht haben.' Es ist so schön, hier zu sein. Und immer wieder denke ich mir, dass es doch unfassbar ist, was ich hier mache und was hier passiert. Unfassbar, was ich erleben darf. Unfassbar, dass das Leben so schön sein kann.
- Kim
  
 

Dienstag, 6. September 2016

Ein kleiner Zwischenstand

Nach 2 1/2 Monaten

Nun ist es schon wieder eine Weile her und die Zeit steht beinahe still. Doch als ich auf heute auf das Datum geschaut habe, ist mir aufgefallen, dass nun 2 1/2 Monate meines Austauschjahres um sind. Automatisch schießen schon due Fragen in meinen Kopf - Hast du die Zeit auch gut genutzt? Was hast du noch alles vor und was willst du noch erreichen? Und vor allem immer wieder dieser Satz im Kopf: 'Mach weiter. Schaue nicht zurück.'
Nun ist das erste Semester fast wieder um und die Final Examen stehen in einer Woche an. Da heißt es wieder lernen, lernen und nochmal lernen. Doch ich merke schon selbst, wie es mir leichter fällt, zur Schule zu gehen, da ich mehr Freunde außerhalb meiner Klasse gefunden habe. Ich hatte ja immer das Problem, dass Thais einfach unendlich schüchtern sind. Natürlich, alle lächeln mich an und winken kir immer kräftig zu, aber niemand traut sich so richtig, mit dem Farang zu reden. Es gibt ein paar Schüler, die sich über Facebook herantasten odrr Snapchat und dann einfach warten, bis ich persönlich den ersten Schritt zu einem Gespräch mache, was manchmal jedoch auch ziemlich schwierig ist, da ihr Englisch nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei ist. Doch vor ungefähr 3 Wochen begann ein Junge aus meiner Parallelklasse, mir immer die Hand zu schütteln, was alle ausgesprochen witzig fanden, da sie das ja noch nie gemacht haben und es das in dieser Form in Thailand ja nicht gibt. Und irgendwann hat er sich auch mal getraut, ein bisschen mit mir zu reden, und nun sind wir ziemlich gute Kumpels geworden. Wir teilen viele Interessen miteinander wie Musik und Serien, sodass wir eigentlich immer was zum Reden haben und auch seine Freunde wollen nun mal mit mir reden. Es macht es mir wesentlich einfacher, weil ich mich nicht mehr behandelt fühle, als wäre ich ein Mensch von einem anderen Planeten. 
Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass alles jetzt so geworden ist, wie es ist.
Sehr viele weitere Ausflüge gab es in der letzten Zeit nicht wirklich. Wir genießen es jetzt einfach alle sehr, ein bisschen Zuhause zu sein und einfach mal abzuhängen. In der letzten Zeit ist es unglaublich heiß und so sind wir alle froh, uns ins klimatisierte Haus zu verkrümeln. Von meiner Organisation habe ich nun erfahren, dass im Oktober ein Camp ansteht, in welchem sich alle Austauschschüler treffen und vier Tage zusammen im Süden verbringen. Meine Vorfreude ist grenzenlos, doch bis dahin sind es noch gute 3 Wochen, mein Visum muss beantragt werden, es muss gelernt werden und die Zeit muss einfach vergehen. Wie schon in meinem letzten Bericht erwähnt, der Alltag und die Routine haben mich fest im Griff und ich denke, so schnell wird sich das auch nicht ändern. Doch zurzeit fühle ich mich sehr wohl mit meinen Freunden und dem Schulalltag, auch wenn ich es nie für möglich gehalten hätte. Selbst das Wäsche waschen kommt mir nicht mehr ganz so ätzend vor wie früher und ich denke, das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ich mich einfach dran gewöhnt habe. 
Ich kann eigentlich nichts großartiges erzählen, außer, dass mein Leben vorangeht. Meine Familie und meine beste Freundin fehlen mir trotzdem unendlich sehr. Doch Dank des Alltags habe ich nicht allzu viel Zeit, darüber nachzudenken und das ist auch gut so. Denn auch wenn Skype uns ständig miteinander verbindet, wir leben für eine Weile in anderen Welten und keine stoppt für irgendjemanden. Und in 7 1/2 Monaten sind wir alle wieder zusammen, auch, wenn es lange klingt, wird die Zeit vergehen wie im Fluge, da bin ich mir sicher.
- Kim
  
   

Dienstag, 16. August 2016

Trip nach Ayutthaya

Ausflug mit meinen Freunden

Am Sonntag holte mich gegen 6 Uhr morgens meine Schulfreundin KT ab, denn wir wollten mit der Klasse nach Ayutthaya fahren, der alten Königsstadt. Der Anlass dafür war ein Projekt im Fach Thai Geschichte, jedoch hielten meine Freunde es für eine gute Idee, mir mal ein bisschen mehr von Ayutthaya zu zeigen, denn kein Tourist kommt an Ayutthaya vorbei (auch wenn ich mich nicht wirklich als Tourist bezeichnen würde). Wir fuhren zur Schule, um dort meine anderen Klassenkameraden abzuholen und dann ging es auch schon los. Den ersten Stopp machten wir an einem Fastfood Restaurant, wo wir uns Waffeln mit Eis in einem Becher kauften. In dem Moment störte es uns auch relativ wenig, dass es gerade mal halb 8 war und alle anderen uns ein wenig verwundert anschauten. Wir stiegen wieder ins Auto und fuhren weiter. Die Stimmung war zu gut - wir hörten Musik und sangen laut mit, bis wir vor Lachen nicht mehr mitsingen konnten und ich kam sogar dazu, meinen Freunden ein paar deutsche Songs zu zeigen, die ihnen sogar gefiel.
Gegen 8:30 kamen wir an den Ruinen von Ayutthaya an. Es war eine unglaubliche Kulisse. Ich würde zu gerne versuchen, es zu beschreiben, aber das ist eines der Dinge, die ich noch so detailliert beschreiben könnte, es würde immernoch nicht das sagen, was wir wirklich gesehen haben. Es war so wunderschön und unglaublich beeindruckend. Wir machten viele Fotos, sowohl ich als auch die anderen, und fingen mit den Dreharbeiten an. Ich schaute mir jeden einzelnen Stein dieser Ruine an und war noch Stunden danach unendlich fasziniert.
Als wir fertig gedreht hatten, gingen wir in ein Restaurant, das direkt an einem großen Fluss lag. Wir aßen dort Seafood und Früchte und alle fanden es mal wieder ungeheuer lustig, dass ich von dem scharfen Essen ganz rot wurde und mich zusammenreißen musste, nicht zu husten. Wir redeten sehr viel und hatten sehr viel Spaß. Schon danach war ich unendlich müde, doch meine Freunde dachten sich - wenn wir schonmal hier sind, können wir ihr nich viel mehr zeigen! Somit fuhren wir zu dem Punkt in Ayutthaya, wo der Mittelpunkt von ganz Thailand ist. Dort wurden viele handgemachte Dinge verkauft und man konnte zuschauen, wie die Menschen sie herstellten. So schenkte mir eine Freundin von mir einen Hasen aus Glas, weil ich im Jahr des Hasen auch geboren wurde und ich dankte ihr unendlich sehr dafür. Zur selben Zeit fand an dem Ort eine Zeremonie statt, wo ein Junge zum Mönchen wurde. Er wurde auf den Schultern eines Mannes getragen und alle tanzten um ihn herum mit Blättern in der Hand und weißen Gewändern. Es war echt schön, sowas mal gesehen zu haben. 
Am selben Ort war auch eine Kunstgallerie, die wir besuchten. Vor allem gab es Gemälde der alten Könige und des heutigen Königs. Es war so schön anzusehen, wie meine Freunde sich vor das Gemälde des Königs stellten, sich verbeugten und ihre Hände falteten, um kurz für ihn zu beten. Ich denke, das wird etwas sein, was ich in Deutschland sehr vermissen werde. KT zeigte mir ein großes Modell von einem Floating Market, einen Markt, wo Verkäufer ihre Waren vom Boot aus auf dem Wasser verkauften. Sie fragte mich, ob ich soetwas schonmal gesehen hatte und ich antwortete ihr, ich hätte es noch nicht in der Form gesehen. Und ratet, wohin wir als nächstes gingen? Richtig! Der nächste Stopp war ein gigantischer Floating Market, wo sogar Elefanten herumstanden und Thai Shows aufgeführt wurden. Alleine, diesen Markt zu betreten, kostet Ausländern 200 Baht, umgerechnet ungefähr 5 Euro, was für Thais ziemlich viel war und alle regten sich ziemlich darüber auf, aber ich beruhigte sie und bezahlte mit den Worten, dass ich soetwas wahrscheinlich nie wieder sehen werde und es mir das Geld wert sei. Also gingen wir auf den Markt und sahen Unmengen an Essen, Süßigkeiten, Getränken und Klamotten. Es war einfach unglaublich, doch leider auch unglaublich voll und eir mussten aufpassen, nicht ins Wasser zu fallen. Sir kauften uns eine japanische Spezialität und aßen, bis wir nicht mehr konnten. Meine Freunde schenkten mir eine Süßigkeit, die es nur in Ayutthaya gab. Es ist so eine Art Zuckerwatte gewesen, nur dass es keine Watte war, sondern eher wie Haare aussah. Diese Zuckerhaare aß man mit Brot und glaubt mir, ich habe mir danach noch eine große Tüte für mich und meine Familie gekauft.
Gegen 18:30 setzte KT mich wieder Zuhause ab. Ich war um viele Fotos, Kilos, Erinnerungen und Erfahrungen reicher. Leider auch um einen Sonnenbrand, aber das war mir egal. Ich legte mich ins Bett und war so unendlich glücklich und verliebt in alles, was ich hier erleben darf, verliebt in Thailand und verliebt in mein Leben.
-Kim