Mittwoch, 28. September 2016

Eine andere Welt

Urlaub in Chanthaburi

Von Samstag bis Montag verbrachte ich die Tage mit 8 meiner Freunde aus dem Thai Programm in Chanthaburi. Wir trafen uns am Samstag an der Schule (jedoch erst nur 5 von uns) und fuhren zusammen los. Den Tag verbrachten wir nicht in Chanthaburi, was ich zuerst vermutet hatte, sondern an einem Strand, der nicht weit von Bangkok entfernt war. Es war ein Strand, der nucht für Touristen bestimmt war, sondern eher für die thailändische Bevölkerung und daher wurde ich immer ein wenig schied angeschaut, sobald man mich sah. Wir mieteten uns eine Reihe von Liegen, die unter einer Plane standen, dann verließen wir die Eltern einer Freundin und gingen alleine los. Es war wirklich ein schöner Strand, der zwar sehr der Ostsee ähnelte, dennoch unendliche viele schöne Dinge bietete. Besonders beeindruckten mich all die Palmen und dass der Sand so unendlich hell war. 
Nachdem wir eine Weile herumgeschlendert waren, entdeckte einer meiner Freunde einen Stand, wo man Fahrräder mieten kann. Zurück kam er mit einem Tandem und einem Tridem. Ich kann wirklich nicht beschreiben, wie lustig es war, da an der Promenade langzufahren und sich nich darauf zu konzentrieren, sich nicht zusammen hinzupacken. Doch Dank der Hitze wurde es nach einer Zeit auch ziemlich anstrengend und somit kauften wir uns ein Eis. Als die Hälfte des Tages um war, kamen die anderen Freunde dazu, darunter der Kumpel, mit dem ich mich so gut verstehe. Das wurde zum Anlass genommen, tausende Bilder zu machen, in allen möglichen Posen der Welt. Ebenso waren auch die anderen Eltern gekommen, die ganz gespannt darauf waren, mich kennenzulernen und irgendwie versuchten, mit mir zu reden. Ich war sehr froh, dass wenigstens ein Elternpaar sehr gut Englisch reden konnte, sodass ich mich eine lange Zeit mit ihnen unterhalten konnte. Als es langsam dunkel wurde, besuchten wir einen Nachtmarkt. Der Vater einer Freundin wollte mir unbedingt eine Freude machen und kaufte mir geröstete Maden und andere Insekten, die ich ehrlich gesagt nicht richtig definieren konnte. Die Maden kosteten mich große Überwindung und doppelt so merkwürdig ist es immer, wenn alle einen anstarren und darauf warten, dass du irgendeine Regung zeigst. Um ehrlich zu sein - es hat eigentlich wirklich nicht schlecht geschmeckt. Die Konsestenz der Maden war jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig, gerade von den Dicken und Saftigen (ich hoffe, ich mache hier niemanden hungrig). 
Wir schlenderten eine Weile herum. Nebenbei brachten mir meine Freunde ein paar Schimpfwörter auf Thai bei und da der Markt ziemlich voll war, bekam ich den ein oder anderen merkwürdigen Blick ab, wenn ich die Wörter stolz wiederholte. Auch brachte ich ihnen ein paar deutsche Beleidigungen bei, doch dies stellte sich als ziemlich schwierig heraus. Ich meine, wie soll man Thais erklären, warum man manche Leute als 'Lauch' oder 'Lappen' bezeichnet? Das war für sie ziemlich schwer nachzuvollziehen, aber sie stellten keine weiteren Fragen.
Der erste Tag an sich war also ziemlich schön, doch er endete..grauenvoll. Nicht wirklich grauenvoll, aber ihr müsst wissen, dass ich die Nacht davor nicht gut geschlafen habe und ich nach diesem Tag nunmal sehr kaputt war. Wir schliefen diese Nacht im Haus einer Freundin. Im Thai Style. Das heißt, alle schlafen in einem Raum, bis auf die Erwachsenen. An sich war das kein Problem für mich, nur war der Raum für 9 Leute ein wenig klein. Außerdem hatte der Raum einen riesigen Fernseher, womit sie noch eine lange Zeit mit Youtube videos verbrachten, die ich nicht verstand, da sie auf Thai waren. Mein Kumpel hatte seine Gitarre dabei uns spielte mir sehr viel damit vor, was echt schön war. Ich denke, bis 2 Uhr spielten sie auch nich Karten, was ebenfalls ein Spiel war, das ich nicht recht verstand und außerdem spielten sie um Geld, und nunja.. Ich war noch nie ein Spieler. Somit ergatterte ich mir schonmal einen Platz auf der kleinen Couch zum Schlafen. Ein Glück, das nicht jeder von uns hatte. Auf die Couch passten vier Leute. Wir waren neun. Nungut. Ein paar schliefen noch auf den Boden, aber selbst da war kein Platz mehr. So kam es dazu, dass mein Kumpel mit einem Kissen auf meinen angewinkelten Beinen schlafen musste, wobei er sich noch einen Stuhl zurechtrückte, damit er seine Beine irgendwo ablegen konnte. Die ganze Nacht lang traute ich mich nicht, mich zu bewegen. Als wir schließlich um 6 geweckt wurden, hatte ich vielleicht 1 1/2 Stunden geschlafen. So begann der nächste Tag.
An diesem Tag fuhren wir dann nach Chanthaburi, wo wir zwei Holzhäuser gemietet hatten. Diese Häuser standen direkt neben einem Wassergefälle, was sehr laut war, aber auch unendlich schön. Zuerst bereiteten wir den Grill vor. Eine Freundin, mein Kumpel und ich säuberten die Muscheln und ihr Inneres, die auf den Grill kommen sollten, während die anderen Schaschlikspieße, Garnelen und Krabben vorbereiteten. Das alles schmeckte einfach nur göttlich. Nach dem Essen gingen viele meiner Freunde ins Wasser, mein Kumpel und ich blieben jedoch draußen. Er spielte Gitarre, ich hörte zu, ein kleiner Moment von Ruhe. Später saßen wir alle zusammen in einem Schlafzimmer, wo die Jungs schlafen sollten, und sie spielten wieder Karten. Das war eine harte Zeut für mich, da niemand so richtig mit mir redete und sich alle auf Thai unterhielten. Ich denke, wären wir eine kleinere Gruppe gewesen, wäre es anders gekommen, aber so war es nunmal nicht. So schob ich eine Menge Langeweile und das Akku meines Handys leerte sich rasant. Wenn ich bei den Eltern saß und sie mit mir redeten, war es so, dass meine Freunde mir manchmal gar nicht Bescheid sagten, wenn sie irgendwo anders hingingen, sodass ich mich immer ein bisschen zerrissen fühlte. Es war schon ein wenig merkwürdig und ich vermisste meine Klassenkameraden ab und zu sehr. Abends telefonierte ich dann auch eine Weile mit Jimmy aus meiner Klasse, wobei ich ihr all die Dinge erzählte. Der eigentliche Höhepunkt kam dann aber noch: 
Jemand packte den Whiskey aus. Mir wurde anfangs schon erklärt, dass sie ein wenig trinken wollen würden und mir war von Anfang an klargewesen, dass ich keinen Tropfen anrühren würde, was ich auch nicht tat. Außer mein Kumpel, der sich ebenfalls zurückhielt, bedienten sich alle anderen reichlich und es brauchte nur ein Glas, da waren sie dicht wie nichts anderes. Ich schwöre, sowas habe ich noch nie erlebt. Ich meine, in Deutschland habe ich selbst Party mit meinen Freunden gemacht und ich kann verstehen, dass man einfach nur ein bisschen Spaß haben will - aber das war kein Spaß mehr. Die erste, die betrunken war, konnte nicht mal mehr stehen und kippte immer wieder um, als sie es versuchte. Das Schlimmste war nich, dass die anderen das lustig fanden. Mein Kumpel und ich schauten uns nur an und schüttelten mit dem Kopf. Ich denke, für so einen Scheiß wurde mir dann doch zu viel über solche Dinge beigebracht, denn wenn in Deutschland jemand so betrunken war, haben wir ihn ins Bett geschickt und mit Wasser versorgt. Doch wir haben nie mit demjenigen herumgespielt, sowie sie es hier taten. Es war eine komplett andere Welt und ich beschloss für mich, dass ich in diese nicht gehören wollte. Später wurde eine Mutter von dem Gerümpel aufgeweckt und die Jungs zogen in ein anderes Zimmer. In der Zwischenzeit war es wieder 3 Uhr. Am nächsten Tag wurden wir wieder um 6 geweckt.
Ich war froh, als der letzte Tag anbrach. Wir fuhren relativ früh los, doch machten immer wieder Stopps. Einmal aßen wir Pad Thai, dann hielten wir an einer Brücke, wo man das Meer sehen konnte die Berge im Hintergrund herausragten. Die anderen machten noch wild Bilder, doch ich hatte da keine Lust mehr drauf, ich dachte nur noch an mein Bett Zuhause bei meiner Gastfamilie. So wäre ich auch beinahe in mich zusammengesackt, als es dann noch zu einer japanischen Anlage ging, wo sie sich eine Hütte einnahmen, die auf einem hohen Gerüst stand, sodass man auf einen See schauen konnte. Dazu bestellten sie Krokodil, Strauß, lebende Garnelen und alle Köstlichkeiten, die es sonst so auf der Straße nicht gibt. Ich probierte nur, aber essen konnte ich nicht wirklich. Auch der Vater meiner Freundin merkte das uns erzählte mir, dass es auch für ihn harte Tage waren und dass Thais manchmal merkwürdige Gewohnheiten haben, ebenso was Unternehmungen betrifft. Er war auch derjenige, der mir sagte, dass er mich nach Hause fahren würde und meine Gastfamilie mich nucht noch irgendwo abholen müsse, wofür ich ihm wirkilch dankbar war. Ich war froh, als ich um 21 Uhr Zuhause eintraf. Ich war froh, dass ich auf diesem Trip dabei war, denn es war schön, mal aus Bangkok herauszukommen und andere Teile von Thailand zusehen. Es war schön, Zeit mit meinem Kumpel zu verbringen und das hat uns auch mehr zusammengeschweißt. Außerdem hat es mich gelehrt, wer meine Freunde sind und wo ich moch für mich selbst sagen kann 'das ist in Ordnung' und 'das nicht'. Denn natürlich, als Austauschschüler sollte man sich anpassen, aber nie seine Werte ablegen und nie seine Akzeptanz in Frage stellen. Und ich habe gemerkt, dass ich in die Welt meiner Klassenkameraden gehöre, nicht in diese andere Welt.
- Kim
  
   

Dienstag, 20. September 2016

Temporär

Nach 3 Monaten Thailand

Ich erinnere mich nich ganz genau an den 20.06.2016, an den Tag, in dem ich ins Flugzeug stieg, das mich und alle anderen Austauschschüler nach Thailand in unser neues Leben bringen sollte. Dies ist nun exakt 3 Monate her und ich muss wirklich sagen, dass ich mittlerweile angekommen bin. Ich verbringe viel Zeit mit meinen Freunden und fühle mich super wohl in der thailändischen Gesellschaft. Den Kulturschock, den ich anfangs hatte, habe ich nun gut überwunden und ich schaue optimistisch auf die weiteren 7 Monate, die mich noch erwarten.
Wie bereits gesagt, verbringe ich viel Zeit mit meinen Freunden. Ebenso verbringe ich jetzt auch viel mehr Zeit mit meinen neueren Freunden aus der Parallelklasse. Zusammen mit ihnen ging ich letzten Dienstag nach der Schule in eine Mall und besuchten dort ein Restaurant, in dem es so gut wie alles gab, was aus dem Meer kommt. Wir aßen Shrimps und Muscheln, einige Tentakeln von Tintenfischen und ein paar Dinge, von denen ich nicht genau weiß, was es war, es wahrscheinlich aber auch gar nicht wissen möchte. Immer achteten alle sorgfältig darauf, wie ich auf alles reagieren würde und dass es für mich auch nicht allzu scharf war, denn die Farangs können sowas ja nun nicht so gut ab. Auf jeden Fall lachten wir unendlich viel und hatten super viel Spaß und wieder war da wieder dieses Gefühl, dass ich wirklich dazu gehöre. Dass ich mal nicht die Austauschschülerin bin, sondern einfach Kim sein kann, die was mit ihren Freunden macht. Ein echt unglaubliches Gefühl nach all der Zeit des Anders seins.
Nach dem Essen aßen wir wieder etwas, wie Thais halt so sind. Meine Freunde kauften sich noch ein riesiges Sandwich und ein Eis dazu, für mich reichte dann doch ein Frozen Joghurt, doch natürlich sollte ich von allen anderen noch mitprobieren, denn darauf waren sie immer sehr gespannt. Schon bald musste ich jedoch los und drei meiner Freunde begleiteten mich zurück zur Schule. Da ich ein kleines Missverständnis mit meiner Gastmama hatte, die zur Mall gefahren war anstatt zur Schule, mussten wir noch 1 1/2 Stunden auf sie warten, was uns jedoch überhaupt nichts ausmachte, hatten wir uns ja eine Menge zu erzählen. Es war einfach auch mal total cool, über Jungszeug zu reden, was Mädchen unter sich eben so tun. Das ist etwas, was meine neueren Freunde von meinen Klassenkameraden unterscheidet und so war es doch mal eine witzige Abwechslung. Was mich jedoch sehr berührte, war, dass sie mich zu unendlich vielen Unternehmungen einluden, bei denen ich mitkommen sollte. Der nächste Trip sollte bald stattfinden, denn sie hatten ein Haus in Chanthaburi gemietet, welches direkt an einem Wasserfall liegt - und ratet mal, wer mitkommen darf? Richtig, diesen Samstag gehts los und meine Vorfreude ist grenzenlos!
Auch mit meinen Klassenkameraden ist alles hervorragend. Ich merke immer wieder, wie viel Vertrauen sie mir schenken, jeder einzelne. So gibt es einige Dinge, die jeder nur mit mir alleine bespricht, weil ich einfach vom Denken her so anders bin als die Thais, denn hier in Thailand redet man mit seinen Freunden nicht über Probleme. Man bewahrt sein Gesicht und die Maske sitzt perfekt. Jedes einzelne Mal bedeutet es mir unendlich viel, wenn ich die Masken meiner Freunde ein wenig bröckeln kann. So redete ich letzten Freitag 1 Stunde lang mit Jimmy aus meiner Klasse über die Dinge, die ihr auf dem Herzen lagen, sowie ihr Exfreund oder ihre Schulnoten. Und auch Ta aus meiner Klasse vertraute mir etwas an, das nur ich wissen durfte, etwas über eine Akademie, auf die er gehen sollte und für die er Deutsch lernen sollte. Ich spüre, wie viele meinen Rat suchen und wie sehr sie mich schätzen und auch wie viel es ihnen bedeutet, dass ich immer mit ihnen über solche Dinge reden kann. Und da brach es mir glatt das Herz, als Jimmy aus dem nichts zu mir sagte: 
'Ich will nicht, dass du wieder gehst.'
In dem Moment habe ich wieder wirklich klar realisiert, was hier eigentlich passiert. Jeden Tag arbeite ich sn meinem Leben hier. Jeden Tag verbessere ich meine Sprache ein wenig, versuche mich zu integrieren, baue eine tiefere Verbindung zu meinen Freunden auf. Jeden Tag lerne ich dazu und arbeite hart an mir und meiner Einstellung, um mich Thailand anzupassen. Und irgendwann gehe ich wieder zurück und das war's. Mein Leben hier ist zuende. Ich vergesse so oft, dass mein Leben hier temporär ist. Und es macht mich so unendlich traurig, zu wissen, dass es nicht gewiss ist, wann ich all die Leute nach diesem Jahr wiedersehen kann. Es ist, wie unsere Betreuer es uns damals gesagt haben 'Ein Auslandsjahr ist kein Jahr in deinem Leben, es ist ein Leben in einem Jahr.' Es wird mir so schwerfallen, dieses Leben hinter mich zulassen. Ich weiß noch, wie ich in meinem Kulturschock dachte 'Gott, die Zeit vergeht ja nie.' Und als mein sehr guter Freund mich gefragt hat, wann ich wieder zurück müsse und ich mit 'Ende April' antwortete, sagte er total entsetzt: 'Was, so früh schon? Das ist ja schon bald!'
Ich habe hier gelernt, dass mir nichts so sehr Angst macht, wie die Zeit, denn sie fliegt, jeden Tag. Jeder Tag bringt mich dem Ende dieses Jahres näher und auch wenn einige jetzt wahrscheinlich denken werden 'Wieso macht sie sich so viele Gedanken, es sind doch moch 7 Monate?' Ja, es sind noch 7 Monate, aber es waren mal 10. Und wie meine beste Freundin hier in Thailand mal sagte: 'Wir müssen jeden einzelnen Moment hier zusammen ausnutzen, denn du hast nur dieses Jahr und die Zeit vergeht so schnell und am Ende werden wir es bereuen, dass wir so wenig miteinander gemacht haben.' Es ist so schön, hier zu sein. Und immer wieder denke ich mir, dass es doch unfassbar ist, was ich hier mache und was hier passiert. Unfassbar, was ich erleben darf. Unfassbar, dass das Leben so schön sein kann.
- Kim
  
 

Dienstag, 6. September 2016

Ein kleiner Zwischenstand

Nach 2 1/2 Monaten

Nun ist es schon wieder eine Weile her und die Zeit steht beinahe still. Doch als ich auf heute auf das Datum geschaut habe, ist mir aufgefallen, dass nun 2 1/2 Monate meines Austauschjahres um sind. Automatisch schießen schon due Fragen in meinen Kopf - Hast du die Zeit auch gut genutzt? Was hast du noch alles vor und was willst du noch erreichen? Und vor allem immer wieder dieser Satz im Kopf: 'Mach weiter. Schaue nicht zurück.'
Nun ist das erste Semester fast wieder um und die Final Examen stehen in einer Woche an. Da heißt es wieder lernen, lernen und nochmal lernen. Doch ich merke schon selbst, wie es mir leichter fällt, zur Schule zu gehen, da ich mehr Freunde außerhalb meiner Klasse gefunden habe. Ich hatte ja immer das Problem, dass Thais einfach unendlich schüchtern sind. Natürlich, alle lächeln mich an und winken kir immer kräftig zu, aber niemand traut sich so richtig, mit dem Farang zu reden. Es gibt ein paar Schüler, die sich über Facebook herantasten odrr Snapchat und dann einfach warten, bis ich persönlich den ersten Schritt zu einem Gespräch mache, was manchmal jedoch auch ziemlich schwierig ist, da ihr Englisch nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei ist. Doch vor ungefähr 3 Wochen begann ein Junge aus meiner Parallelklasse, mir immer die Hand zu schütteln, was alle ausgesprochen witzig fanden, da sie das ja noch nie gemacht haben und es das in dieser Form in Thailand ja nicht gibt. Und irgendwann hat er sich auch mal getraut, ein bisschen mit mir zu reden, und nun sind wir ziemlich gute Kumpels geworden. Wir teilen viele Interessen miteinander wie Musik und Serien, sodass wir eigentlich immer was zum Reden haben und auch seine Freunde wollen nun mal mit mir reden. Es macht es mir wesentlich einfacher, weil ich mich nicht mehr behandelt fühle, als wäre ich ein Mensch von einem anderen Planeten. 
Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass alles jetzt so geworden ist, wie es ist.
Sehr viele weitere Ausflüge gab es in der letzten Zeit nicht wirklich. Wir genießen es jetzt einfach alle sehr, ein bisschen Zuhause zu sein und einfach mal abzuhängen. In der letzten Zeit ist es unglaublich heiß und so sind wir alle froh, uns ins klimatisierte Haus zu verkrümeln. Von meiner Organisation habe ich nun erfahren, dass im Oktober ein Camp ansteht, in welchem sich alle Austauschschüler treffen und vier Tage zusammen im Süden verbringen. Meine Vorfreude ist grenzenlos, doch bis dahin sind es noch gute 3 Wochen, mein Visum muss beantragt werden, es muss gelernt werden und die Zeit muss einfach vergehen. Wie schon in meinem letzten Bericht erwähnt, der Alltag und die Routine haben mich fest im Griff und ich denke, so schnell wird sich das auch nicht ändern. Doch zurzeit fühle ich mich sehr wohl mit meinen Freunden und dem Schulalltag, auch wenn ich es nie für möglich gehalten hätte. Selbst das Wäsche waschen kommt mir nicht mehr ganz so ätzend vor wie früher und ich denke, das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ich mich einfach dran gewöhnt habe. 
Ich kann eigentlich nichts großartiges erzählen, außer, dass mein Leben vorangeht. Meine Familie und meine beste Freundin fehlen mir trotzdem unendlich sehr. Doch Dank des Alltags habe ich nicht allzu viel Zeit, darüber nachzudenken und das ist auch gut so. Denn auch wenn Skype uns ständig miteinander verbindet, wir leben für eine Weile in anderen Welten und keine stoppt für irgendjemanden. Und in 7 1/2 Monaten sind wir alle wieder zusammen, auch, wenn es lange klingt, wird die Zeit vergehen wie im Fluge, da bin ich mir sicher.
- Kim