Am Freitag, dem 07.10.2016 brachte Mae mich zum YFU office, wo ich alle anderen Austauschschüler treffen sollte, um zusammen zu reisen und unsere Erfahrungen auszutauschen. Das Camp ging vier Tage, also bis zum Dienstag dem 11.10.2016. Schon im Auto war ich unendlich aufgeregt und konnte kaum reden. In diesem Moment war der Bangkoker Verkehr natürlich noch nerviger, denn es konnte mir gar nicht schnell genug gehen. Dann fanden Mae und ich auch noch das office nicht und mussten meine Betreuerin von YFU anrufen, wo sich das Office denn nun befindet. Als wir dann endlich ankamen, sah ich schon die ersten anderen Austauschschüler. Ich war so unendlich glücklich und wir schlossen uns alle schnell in die Arme und ließen uns eine lange Zeit nicht mehr los. Ich verabschiedete mich von Mae und wartete mit den anderen, bis alle da waren. Was für ein Gefühl, endlich wieder Deutsch zu sprechen. Was für ein Gefühl, mit Menschen zu reden, die seit Monaten genau das Gleiche machen, wie du, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und genau das selbe fühlen, wie du. Die einzigen Menschen weit und breit, die dich wirklich verstehen.
Miri, ein Mädchen aus Deutschland und derzeit im Norden von Thailand lebend, hatte ich wirklich sehr vermisst, da wir im Orientationcamp schon unendlich viel Zeit zusammen verbracht hatten und freute mich dann umso mehr, sie zusehen. Wir erzählten von unseren Familien und von der Schule, von all den Unterschieden. Auch mit Mira, die auch in Bangkok wohnt, konnte ich mich wunderbwar unterhalten und schon von Anfang an stand irgendwie fest - in diesem Camp werden wir auf jeden Fall in einem Zimmer sein. Wir waren einfach von Anfang an auf der selben Wellenlänge.
Als alle da waren, fuhren wir noch nicht sofort los, sondern hatten erstmal ein Meeting über unsere Sprachkenntnisse und Erfahrungen. Wir sprachen über Gastfamilie und Schule und Freunde. Wir waren jedoch auch froh, als wir fertig waren, denn dann setzten wir uns endlich in unsere Vans. Da wir 13 Leute + Betreuer waren, gab es zwei Vans. Ich stieg in einen Van mit Jakob, einem Jungen aus dem Norden (der unmenschlich groß war und sich somit das ganze Camp über über meine Größe lustig machte (falls du das liest Jakob, ich hasse dich:D)), mit Miri und Mira, Takka, einem Jungen aus Japan, Fin aus der Schweiz und Antonia aus Deutschland. Zusammen waren wir eine lustige Truppe. Ich setzte mich mit Jakob in die hinterste Reihe und auch da redeten wir über alles, was uns so passiert war bisher - lustiges, komisches und auch schlimmes. Geheimnisse gab es nicht.
Endlich erreichten wir unser erstes Resort in Khon Khlon, welches unterhalb von Bangkok und relativ nah an der Küste liegt. Das Resort war der Hammer. Es bestand aus einem riesigen See wo einzelne kleine Häuser auf einem Gerüst standen und man somit auf Wegen überm Wasser lief. Was auch viele Nachteile gab, da Jakob uns alle die ganze Zeit hineinschubsen wollte. Zu viert sollten wir jeweils ein Haus beziehen, somit teilte ich kir ein Haus mit Miri, Mira und Lena, welche bisher im Süden von Thailand lebte und bald in den Norden ziehen sollte. Wir hatten die perfekte Truppe zusammen. Da es relativ später Nachmittag war, machten wir nichts großes mehr, jedoch fuhren wir in kleinen Booten auf dem See herum. Sophie aus Belgien und ich saßen in einem Boot und solange Sophie steuerte, machten wir einen relativ guten Job. Danach gabs essen, welches wir uns selber kochen sollten. Als unsere Betreuerin uns es vormachen wollte, fackelte sie den ganzen Tisch an, doch es brannte nicht allzu lange. Wir beschlossen, uns kein Beispiel an ihr zunehmen.
Miri und ich kochten dann zusammen. Ich brannte zwar ein bisschen was an, trotzdem war es nicht allzu schlecht. Die Moskitos fielen über uns her jnd schon bald waren wir alle zerstochen, aber irgendwie machte das nichts. Wir aßen und redeten und lachten unendlich viel und dann fing es auch sn zu regnen, und diese ganze Atmosphäre war einfach nur unendlich toll. Dann wurde auch noch die Karaoke Maschine angeschmissen und es gab kaum welche, die nicht mitsangen. Bald gingen wir dann auch schon ins Bett, es wurde Zeit und am nächsten Tag stand einiges am Programm an.
Der nächste Tag begann mit einem viel zu lauten Wecker. Nur mit Mühe konnten wir aufstehen. Nachdem sich alle fertiggemacht hatten, schlürfte mein Haus zuk Frühstück, wo man schon aufgedeckt hatte und wir so direkt snfangen konnten. Wir bekamen auch nich YFU Midyearcamp Uniformen, die aus einem einfachen T-Shirt bestanden mit YFU Aufschrift und einer ziemlich komischen Hawaii Hose. Wir fühlten uns alle ziemlich lächerlich, aber es munterte uns auf, dass wir alle so scheiße aussahen. Als erstes ging es zu einem Floating Market. Wir wurden in unsere Teams aufgeteilt (Team grün - Miri als Captain, Sophie, Dona aus Deutschland, Claire aus Frankreich und ich) und fuhren zu einer Zuckerplantage, wo Zucker aus dem Saft von Palmen gewonnen wurde. Danach hatten wir die Aufgabe, aus unserem Boot heraus lokals Produkte aus anderen Booten zu kaufen. Miri und ich machten einen ziemlich guten Job und kauften einfach alles, was uns in die Hände fiel. Da war ich zum ersten mal schin ziemlich stolz, was wir auf Thai alles so sagen können. Unser Team gewann auch das Spiel. Miri, wir waren die coolsten!
Nach dem Floating Market ging es zu einem kleinen Hafen mit Booten, wo wir jeweils wieder in zwei Boote eingeteilt wurden. Wir fuhren in ein Schlammgebiet, wo wir hinein waten sollten und kleine Bäume pflanzen sollten. Da machte sich meine Größe bemerkbar. Ein Schritt und mein komplettes Bein sank ein. Ich brauchte Takkas Hilfe, um wieder hinaus zu kommen und es machte dieses widerliche Schlickgeräusch, das so laut war, dass alle in meine Richtung schauten. Ich dankte Takka und wollte weitergehen, da sank ich mit dem nächsten Bein ein. Da gab ich es auf, weiter hinein zugehen. Ich pflanzte meinen blöden Baum in meinen alten Fußstapfen und ging irgendwie wieder zurück. Jedoch hatten mich kleine Krebse geschnitten, sodass mein Bein un wenig blutete und eine der Betreuerinnen anstalten machte, da irgendeas raufzukleben.
Mit dem Boot ging es dann weiter in einen kleinen Kanal, wo sich Affen an den Seiten tümmelten. Wir warfen ihnen Bananen und Gurken und alles Mögliche zu, aber leider kamen sie nie so nahe, dass wir sie anfassen konnten. Dann fuhr das Boot aufs offene Meer. Das Meer war aber nicht so tief, sodass wir alle aus dem Boot klettern konnten und im Wasser noch stehen konnten, nur der Grund war ein wenig schlammig, sodass man schnell einsank. Jeder durfte eine Runde Wasserski fahren. Man stellte sich auf zwei brettern und ein anderes Boot fuhr los. Am Anfang war es ein bisschen schwer, das Gleichgewicht zu halten, aber nachdem man sicher drauf stand, war es unendlich lustig. Wenn man wartete oder schon gefahren war, waren wir damit beschäftigt, uns gegenseitig mit Schlamm abzuwerfen. Es war so so schön. Ich werde das nie vergessen.
Wir fuhren zurück zum Hafen und auf der Ladefläche eines Transporters dann zurück zum Resort. Dirt spielten eir im See Wasserpolo und Wasserboxen, worin ich unendlich schlecht war und Jakob mich jedes mal vom Balken schubste. Nachdem wir alle geduscht waren, fuhren wir dann noch zu einem Nachtmarkt, wo wir ein bisschen herumstöberten. Jakob kaufte sich eine Musikbox, die uns dann auf jeder Vanfahrt verfolgen sollte. Ebenso kauften wir uns Shirts und eine Menge zu essen, um an Ende einen Fressabend zu machen. Es fing doch sehr stark an zu regnen, sodass wir zum Resort fuhren. Abends skypte mein Haus dann noch mit Daniel, dem Amerikaner aus dem Orientation Camp, der uns leider nach einem Monat schon verlassen hatte, da er im Sommerprogramm war. Wir redeten ziemlich lange mit ihm, doch auch wir waren müde und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag sollte es nach Hua Hin gehen, direkt an den Strand un da freuten wir uns alle wahnsinnig drauf.
So mussten wir auch wieder früh aufstehen. Wir packten unsere Sachen, aßen Frühstück und setzten uns in die Vans. Zuerst hielten wir an einem Touristenstrand, wo wir die Zeit damit verbrachten, Bilder zu machen. Dann fuhren wir zum Resort. Wir wurden wieder in zwei Häuser aufgeteilt, doch mein Haus zuvor blieb zusammen. Wenn man aus dem Hintertür ging, war man direkt an der Strandpromenade und konnte aufs Meer schauen, wo sich drei wunderschöne Inseln erstreckten. Natürlich hielt uns nicht mehr viel, wir rannten direkt ins Wasser und verbrachten dort unseren Nachmittag. Es war wirklich lustig, da wir uns die ganze Zeit umwarfen und viel herumalberten. Ich merkte immer wieder, wie sehr mir diese Menschen ans Herz gewachsen waren. Selbst mein Handy nahm ich nicht mal mehr mit, ich ließ es die ganze Zeit in meinem Zimmer, denn ich brauchte es nicht. Ich war unendlich glücklich, die ganze Zeit über.
Am Abend gab es ein Pillow Talking, wo wir mit unseren Betreuern zusammensaßen und über Probleme und alles redeten. Ein Kissen wurde immer wieder herumgereicht und wer es hatte, durfte sprechen. Als ich an die Reihe kam, wusste ich gar nicht, worüber ich erzählen sollte, da ich keine wirklichen Probleme habe. Ich habe eine tolle Gastfamilie und tolle Freunde. Also erzählte ich eifnach, dass ich mich super gut mit Ohm verstand und wie lieb meine Gastfamilie ist. Nach dem Pillow Talking hatten Miri, Mira und ich unser eigenes Pillow Talking in unserem Zimmer. Mit underen Gesprächen gingen wir so sehr in due Tiefe, dass Tränen flossen und wir uns alle zusammen kuschelten und einfach drüber reden konnten. Ich denke, das hat uns sehr verbunden, alle zusammen. Es hat uns noch mehr zusammengeschweißt.
Der letzte Tag brach an. Wir aßen wieder ganz normal Frühstück und zogen uns an und dann ging es auch schon los. Mit dem Van fuhren wir zu einem kleinen Affenpark. Meiner Meinung nach war das eine der besten Aktivitäten, die wir gemacht haben. Die Affen ließen sich unheimlich gut füttern und anfassen. Sie waren so zutraulich, dass es eigentlich schon unfassbar war. Ich hatte einen Buddy, der auf einem Stein saß und den ich die ganze Zeit kraulte. Er war so weich und so menschlich und er hielt ab und zu meine Hand fest. Ich hätte ihn gerne einfach in meinen Rucksack gepackt. Manche Affen setzten sich sogar auf die Schultern. Sie waren so so süß, wir wollten gar nicht weg. Doch natürlich mussten wir wieder gehen, somit beteten wir kurz im anliegenden Tempel und fuhren weiter. Wir fuhren nur ein Stück, dann stiegen wir aus, versammelten in useren Gruppen und machten Sprachspiele. Nun ja. Ich war einfsch ziemlich froh, dass wir Miri in unseren Team hatten, welche schon das Thai Alphabet lesen ud schreiben kann, sodass wir gar nucht so schlecht waren. Es war auch schon ziemlich lustig.
Wir aßen etwas und versammelten uns am Strand, wo wir eine Foodrally machen mussten. Auch da verkackte mein Team wieder völlig, aber wir haben uns trotzdem gefeiert als wären wir die Helden gewesen. Wir verbrachten wieder einige Zeit im Meer, bis unsere Betreuerin uns sagte, dass das Banana Boat bereit war. Sophie, Miri, Jakob, Lena und ich stürtzen uns als erste aufs Boot, legten uns Schwimmwesten an und setzten uns rauf, dann gings los. Es war ziemlich wackelig auf dem Boot. Der Fahrer fuhr hinter die erste Insel, was so schön war und wir genossen den Ausblick. Genau hinter der Insel wendete er sein Boot, sodass wir alle ins Wasser stürtzten. Schon dort war es relativ schwer, wieder aufs Boot zu kommen für mich, aber nach kurzer Zeit war auch das möglich. Dann ging es weiter. Wir fuhren wieder Richtung Strand und dann ließ er uns wieder fallen. Es war sehr kraftaufwendig, auf dieses blöde Boot zu kommen, gerade für kleine und eingerostete Leute wie mich. Wie eine schwangere Seerobbe hievte ich much aufs Boot, fühlte mich ziemlich schlapp und betete, dass er uns nicht nochmal fallen lassen würde. Falsch gedacht. Beim dritten mal war ich dann völlig fertig. Mittlerweile dauerte es auch ein wenig, bis ich überhaupt aufs Boot kam. Ich war froh, dass Sophie mir ein bisschen helfen konnte, denn ich war völlig fertig davon. Ich fragte mich, wie die anderen das so schnell bewältigen konnten? Naja. Es passierte nicht nochmal. Beim letzten Mal wurden wir direkt am Strand abgeworfen, sodass wir die Westen direkt an die nächste Truppe weitergeben konnten. Muskelkater in den Armen erwartete mich schon bald. Wir gingen duschen und machten uns bereit, zum Pizza essen zu fahren. Während des Pizza essen bekam ich eine Nachricht aus Deutschland, die much unendlich traf und ich mich sehr zusammenreißen musste, keine Tränen fallen zu lassen. Auch da habe ich wieder gemerkt, was für tolle Freunde ich habe. Mira und Miri haben natürlich sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt und schon bald gingen wir eine Runde spazieren und ich konnte alles einmal rauslassen. Aufh, wenn ich mich schrecklich und irgendwie leer fühlte, war ich nicht allein. Abends trafen wir uns wieder zu unserem privaten Pillow Talking, kuschelten uns wieder zusammen und ich ließ alles raus. Danke Leute, für all die lieben Worte und alles, was ihr für mich getan habt. Ich werde das nie vergessen.
Es wurde Dienstag und Dienstag bedeutete Rückfahrt. Wir hörten wieder die ganze Zeit Musik, aber die Abschiedsstimmung lag einfach in der Luft. Wir hielten einmal, um bei KFC etwas zu essen, dann verabschiedeten wir uns vom anderen Van und fuhren weiter. Beim YFU office verabschiedete ich much dann von meinen Freunden und ich hätte schon wieder weinen können. Das nächste Camp wird Ende Februar sein, eine unendlich lange Zeit. Mae und Nui holten mich ab. Es ist immer wieder wunderbar, mich an diese Tage zu erinnern. Sie haben mir unendlich viel Kraft gegeben und Motivation. Den Mut, immer wieder nach vorne zu schauen, auch wenns manchmal schwer ist. Sie haben mir gezeigt, was für tolle Freunde YFU mir gegeben hat. Ich freue mich unendlich doll aufs nächste Camp. Ich vermisse euch, Leute. Wir sehen uns wieder.
- Kim