Montag, 19. Dezember 2016

In Zukunft und Vergangenheit

Der 6. Monatstag

Heute ist es also wieder soweit, der 20. ist da und ein weiterer Monat rum. Der 6. Monat. 4 Monate Thailand bleiben mir noch.
4 Monate Thailand, die es in sich haben werden. Das Endcamp von YFU steht noch an, worauf wir uns alle schon unendlich drauf freuen. Diesmal werden wir ungefähr für 10 Tage verreisen, ein paar Tage ganz in den Norden und dann noch ganz nach unten in den Süden. Meine Vorfreude ist grenzenlos und ich kann es kaum noch erwarten.
In dieser Woche stehen die Midterms an. Das bedeutet, dass die erste Hälfte des zweiten Semesters dann auch schon um ist und meine Schule wird dann bis zum 18 Januar Ferien haben. Am 28 Februar endet die Schule dann komplett für mich. In meinem gesamten Jahr hier in Thailand bleiben mir also nur noch um die 5 Wochen Schule. Es ist der Wahnsinn, dass das alles hier bald enden wird.
In der letzten Zeit verbringe ich unendlich viel Zeit mit meinen Freunden, da ich nun auch alleine Taxi fahren kann und meine Familie mir somit vertraut, dass ich alleine nach Hause komme. Ich liebe diesen kleinen Funken Selbstständigkeit und jetzt muss ich mich auch nucht mehr schlecht fühlen, wenn meine Freunde mich irgendwohin einladen und ich Angst habe, meiner Familie zur Last zu fallen und somit absage. Wenn meine Freunde mich jetzt fragen, sage ich kaum noch ab. In der letzten Zeit bin ich somit sehr oft mit Jimmy in die Mall gegangen und haben verschiedene Restaurants ausprobiert und durch die Läden gelaufen. Außerdem haben wir beide unsere Liebe für Rockmusik offenbart, wobei wir uns dann beide die Selbe ACDC Tasche gekauft haben. Mit dem Stäbchen zu essen habe ich dank Jimmy nun perfektioniert und ich scheue mich nicht mehr davor und kriege auch keine Schweißausbrüche, wenn wir in ein Restaurant gehen, wo es weder Gabel noch Löffel gibt. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, wenn ich bei meinen Freunden bin. Letztens sind Jimmy und ich mal wieder durch die Mall gelaufen und haben einen Zuckerwattestand gefunden, der Tiere aus Zuckerwatte machen konnte. Am Ende lief ich mit einem riesigen pinken Zuckerwattepinguin durch die Mall und Jimmy mit einem großen Zuckerwattebären und haben nus gefühlt, als wären wir wieder drei Jahre alt - einfach unbeschwert und ziemlich glücklich. 
Was mich ein bisschen zerstört innerlich, ist die Weihnachtszeit. Heute ist der 20. Dezember und ich lebe in einem Land, wo Weihnachten nicht zelebriert wird. Klar, in manchen Malls stehen Weihnachtsbäume in der Gegend herum und die Shops sind alle im Sale, aber ich komme nach Hause, ohne Weihnachtsbaum, ohne geschmücktes Haus oder Plätzchengeruch in der Luft, immernoch 34 Grad draußen und Schnee existiert sowieso nur in meinen Träumen. Ganz ehrlich, Weihnachten unter Palmen ist scheiße. Und kommt niemals auf die Idee, an Weihnachten zu verreisen, denn es ist kein Weihnachten mehr. Ich bin nur froh, wenn dieser Tag vorbei ist und es aufhört, mich zu zerreißen. Meine Freunde haben gemerkt, dass ich drunter leide und schon wurde mit unserer Lieblingslehrerin Teacher June eine Weihnachtsfeier geplant, die letzten Freitag vor den Midterms stattfand. Ta kaufte einen Plastikweihnachtsbaum, der nun in unserem Klassenraum steht und KT kaufte Lichterketten und Schmuck für den Klassenraum. Wenn man nun in unsere Klasse kommt, hängt ein Kranz mit Glocke an der Tür und über der Tafel hängen Girlanden mit 'Happy New Year'. Selbst an Weihnachtsmützen hatten wir gedacht. Eine vielzahl an Essen wurde gekauft, ich brachte Pfeffernüsse und Christstollen mit, den meine Mama aus Deutschland mir extra geschickt hatte. Teacher June brachte ein Brathähnchen mit und meine Freunde Nudeln, Kuchen, Kartoffelbrei und viele Kekse. Ebenfalls machten wir einen Julklapp: Jeder kaufte ein Geschenk und am Ende wurde gelost. Ich hatte eine Bob Marley CD gekauft, sowie ein Notizbuch und ein Postkartenbuch, Pralinen und ein kleines Stofftier, dass daran erinnern sollte, dass bald das letzte Schuljahr anbricht. Glücklicherweise bekam Jimmy mein Geschenk und sie freute sich riesig. Ich bekam ein echt tolles Notizbuch mit Schreibset von KT, worüber ich mich sehr freute, denn Notizbücher waren schon immer mein Ding. Die Feier war einfach wunderschön und ausgelassen, wir alle aßen und hörten dabei Weihnachtsmusik und scherzten herum. Zum ersten Mal in diesem Jahr fühlte ich soetwas wie Weihnachtsstimmung. Doch bald ich die Schule verließ, war der Zauber schon wieder vorbei.
Ich habe ein bisschen Angst vor den Ferien. Jimmy besucht ihre Familie im Norden und was meine anderen Freunde machen, weiß ich nicht so Recht. Ich weiß, dass ich nicht lange einfach nur Zuhause bleiben kann, denn dann drehe ich durch. Daher hab ich mir überlegt, dass ich doch endlich mal anfangen könnte, Thai boxen in einer professionellen Schule zu trainieren. Bisher war ich noch nicht so richtig fündig, da es auch schwierig ist, ein Studio zu finden, das relativ leicht zu erreichen ist und was nicht allzu teuer ist.. aber ich bleibe dran und habe schon einige Mails verschickt. Und sobald es da etwas neues gibt, werde ich berichten.
Auch Neujahr ist ein kleines Problem, denn meine Familie feiert nicht, wie sie mir schon gesagt hat. Ein Neujahrsfest in Thailand möchte ich aber auf keinen Fall verpassen, auch, wenn es wahrscheinlich keine Raketen geben wird aufgrund des Todes des Königs. Jimmy hatte mich eingeladen, ihre Familie im Norden mitzubesuchen, doch ich möchte nicht zwischen ihrer Familie sitzen, die sie nur einmal im Jahr sieht. Ich denke, auch, wenn sie das nie zugeben würde, ich würde einfach ein bisschen stören in allen Gesprächen und mit dem übersetzen und allem. Daher habe ich mut KT geredet, die gerne eine Party mit dem Rest der Klasse machen würde. Eine Neujahrsparty ist also in Planung und ich freue kich schon sehr darauf!
Worauf ich mich übrigens auch unendlich sehr drauf freue, ist das Coldplay Konzert. Ihr werdet es nicht glauben, aber Coldplay kommt nach Thailand, in das Stadion direkt neben meiner Schule. Der Vorverkauf wurde groß angekündigt und jeder war so gespannt darauf. Da so gut wie alle meine Klassenkameraden Coldplay vergöttern, ebenso ich, wollten wir unbedingt diese Tickets haben. Umso enttäuschender, dass alle Tickets, die einen einigermaßen anständigen Preis hatten, nach 2 Minuten ausverkauft waren. Ist das zu fassen? Zwei verdammte Minuten. Die Enttäuschung war bei uns allen grenzenlos. Doch gestern kam KT mit einem riesigen Grinsen in die Schule: 'Leute, wir gehen aufs Coldplay Konzert.' Wir dachten zuerst, das sollte ein echt fieser Witz sein, um nochmal in der Wunde zu bohren, aber sie hatte tatsächlich jemanden gefunden, der Tickets verkaufte, zwar ein bisschen teurer als sie zuvor waren, aber immernoch in Maßen. Die Karten wurden reserviert. Am 7 April sehen wir also Coldplay. Ich kanns kaum nich erwarten und das wird ein absolut schöner Abschluss, denn am 19 April gehts ja schon nach Deutschland.
Ja, das ist mein Leben so zurzeit. Ich war lange nicht so glücklich und einsam zugleich. Es ist schwer, meine Gefühlswelt zu beschreiben, da es wahnsinnig oft so ist, dass ich in einem Moment fliege und im nächsten schon wieder knallhart auf den Boden aufschlage. Aber so viele Dinge passieren, jeden Tag. Und die letzten 4 Monate sollten so intensiv gelebt werden wie nur möglich. Ich bin dankbar für alles hier. Und manchmal tut es mir weh, nicht zu wissen, was in Zukunft und wie schnell ich meine Freunde wiedersehen werde, nachdem ich sie verlassen habe. Aber vielleicht ist das auch das schöne am Leben - Ungewissheit. Denn dann ist die Freude größer, wenn es dann wieder soweit ist. Aber noch bin ich hier und atme jeden Moment, jedes Lachen ein und gebe es nicht mehr her.
- Kim
 

Freitag, 9. Dezember 2016

Reisefieber

Ein Wochenende in Chiang Mai

Endlich war es soweit - am Samstag wachte ich auf, die Taschen schon gepackt, unendlich aufgeregt, denn es sollte endlich nach Chiang Mai gehen, hoch in den Norden von Thailand. Ich hatte mich schon so lange auf diese Reise gefreut, die ich mit KT, meiner Klassenkameradin und ihren Eltern unternehmen würde. Ich wachte also auf, ziemlich verschlafen, da ich vor Aufregung schlecht geschlafen habe, dann habe ich mit meinem Gastpapa und Ohm gefrühstückt und anschließend haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Während der Fahrt reichte mir mein Gastpapa ein Buch nach hinten mit dem Titel 'The Teachings of Buddha' und sagte mir zum ersten Mal während unserer gemeinsamen Zeit, dass er stolz auf mich sei. Ein unglaublicher Gänsehautmoment für mich und ich bedankte mich tausendmal bei ihm. Mein Gastpapa und Ohm halfen mir nich beim Check In als wir dann ankamen, doch wir verabschiedeten uns relativ schnell und ich ging durch die Kontrollen. Bis zu meinem Flug hatte ich dann noch 3 Stunden Zeit, also stöberte ich ein bisschen durch die Läden und kaufte ein paar Postkarten und Notizbücher. Anschließend suchte ich mir einen Platz am Fenster und kaufte mir etwas zu essen, doch so viel bekam ich gar nicht mehr herunter, sodass ich nur ein paar Früchte und einen Milchshake kaufte. Natürlich bestellte ich aus reiner Gewohnheit auf Thai und alle Verkäufer schauten mich erst ein bisschen verwundert an und lächelten mich dann an. 
Ich liebe Flughäfen. Diese ganze Atmosphäre von Aufbruch, Euphorie, irgendwohin ins Unbekannte oder nach Hause. Ich liebe es, woe die Menschen sich verhalten, wie aufgeregt und glücklich sie sind. Überall liegt es in der Luft. Ich liebe es, zu reisen und mir hat das unglaublich gefehlt. Auch schwelgte ich in Erinnerung, da dies der selbe Flughafen war, an dem ich zum ersten Mal Thailands Boden betrat. Das Gefühl, da nun zu sitzen, 5 1/2 Monate später, so anders als vorher, so viel reicher an Erfahrung, kann man überhaupt nicht beschreiben.
Mein Flug war sehr pünktlich. Ich hatte zum Glück einen Fensterplatz und neben mir saß ein Mann, der mich kurz anlächelte, als er sich neben mich setzte. Als ich da so im Flugzeug saß, Musik in den Ohren und das Flugzeug dann abhob, da fühlte ich mich mal wieder richtig frei, so ohne Sorgen, ohne alles. Ich liebe es, zu fliegen. Und ich hab das so vermisst.
Der Flug ging ziemlich schnell rum, doch es fiel mir schwer zu atmen, nachdem wir Sandwiches bekamen und der Mann neben mir genüsslich rülpste und die Luft sich mit dem Geruch von Bacon vermischte. Nunja. An einige Dinge wird man sich eben nie gewöhnen.
Als ich dann in Chiang Rai landete und aus dem Flugzeug stieg, musste ich erstmal ziemlich schmunzeln, denn das erste, was ich sah und hörte, war richtig altmodische Thaimusik und traditionellen Thaitänzerinnen. Es war so typisch Thai, dass ich es gar nicht fassen konnte, doch der Norden ist viel mehr von der Kultur geprägt als Bangkok und daher wunderte ich mich nicht. KT und ihre Mutter waren schon da, als ich hinauskam und nach kurzen Begrüßungen setzten wir uns in ihren Mietwagen und fuhren los. Und nein, ich hab mich nicht verschrieben - zuerst waren wir in Chiang Rai, eine Provinz, die neben Chiang Mai liegt, denn KT musste dort ein Universitätstest ablegen und auch dort gab es viel zusehen. Doch wie sollte es anders sein? Zuerst gingen wir essen. Und zwar mein Lieblingsgericht - Pad Thai. Leider war es nicht so gut wie in Bangkok, was KT mir schon vorher sagte, aber das war okay. Nach dem Essen fuhren wir weiter und mir wurde gesagt, dass, wenn man in Chiang Rai ist, an zwei Sehenswürdigkeiten nicht herumkommt: Ein Museum (dessen Namen ich vergessen habe) und einen Tempel (dessen Name ich auch nicht weiß). Die erste Station war das Museum. Es war eher ein Park als ein Museum, in dem man viele große Häuser sehen konnte und der Mann, der das alles errichtet hat, war so ein Tierliebhaber, dass er sie gehäutet oder enthornt hat und sich daraus Stühle und Betten und was weiß ich alles gemacht hat. Eigentlich war es wirklich cool, anzusehen. Zwar sehr speziell, aber definitiv etwas, was man nur einmal in seinem Leben sieht. 
Danach fuhren wir zum Tempel. Als ich ihn sah, nahm es mir glatt den Atem weg. Der Tempel war unglaublich weiß, strahlend weiß, sodass man sich die Augen abschirmen musste, weil man von ihm geblendet wurde. Bis zum Tempel hin war eine längere Brücke und wenn man neben sich hinunterschaute, wurde die Hölle dargestellt, mit herausragenden Händen und Dämonen als Wächter. Ich habe schon viele Tempel gesehen, dafür hat meine Gastfamilie sehr gesorgt, aber so einen Tempel noch nie. Es war reiner Wahnsinn. Doch Tempel sind eben Tempel, und nachdem wir gebetet und Fotos gemacht haben, gab es auch nicht mehr viel zusehen. Doch neben dem Tempel gab es ein buddhistisches Bestattungshäusschen, das KT mir zeigte, doch ich fand das ziemlich gruselig. Auch dieses war strahlend weiß, doch da waren so Gesichter vor, als Statuen, die so böse Gesichtszüge hatten. Mir war das ziemlich suspekt und ich sagte, dass wir schon gehen könnten. Nachdem wir nochmal auf Toilette gegangen sind, die komplett vergoldet war (kein Scherz), kauften wir uns Kokoseis und machten uns auf den Weg nach Chiang Mai, was 3 Stunden entfernt lag. Eine lange Fahrt also. Doch wir hatten viel zu erzählen, denn KT's Papa ist sehr interessiert an Autos und vorallem dann natürlich an deutschen Automarken. So redeten wir eine lange Zeit über BMW, welches sein absolutes Traumauto ist und ich erzählte ihm, dass mein Papa auch begeistert von BMW sei. KT's Papa erzählte mir dann, dass es sein Traum sei, mit einem BMW über die deutsche Autobahn zu fahren, weil wir ja kein Speedlimit haben. Ich fand das ziemlich lustig und lud ihn nach Deutschland ein, was er mit einem Lächeln zur Kenntnis nahm. Langsam ging die Sonne unter und wir fuhren zwischen den riesigen Bergen durch. Der Sonnenuntergang war wundervoll, der Himmel war strahlend rot und violett. Dazu hörten wir alte Lieder, die total zu dieser Atmosphäre passten. Als dann 'Stand by me' von Ben E. King lief, sangen alle total ausgelassen mit und das war einer dieser unvergesslichen Momente, in denen sich einfach alles richtig anfühlte. 
Auf einmal fragte KT mich, ob ich schonmal in einem Nachtzoo gewesen wäre, was ich verneinte und urplötzlich wurde die Richtung geändert. Also war unser nächster Halt eine Nachtsafarifahrt, wo wir erstmal was aßen und dann eine Show anschauten, wo verschiedene Tiere vorgeführt wurden und irgendwas gemacht haben, wie Tiger, Hyenen, Löwen und auch kleinere Tiere, an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann. Dann gingen wir zu einer Safaribahn mit englischer Führung und dann ging es los. Der Kleinbus fuhr los, doch an den Busseiten war alles offen, also es war ein Bus ihne Türen und Fenster, nur mit Dach und Boden und Sitzen. Als wir dann losfuhren, sagte uns der Mann, dass wir alle Tiere, die ungefährlich waren, streicheln und füttern könnten, da sie freilaufend sind (außer halt Löwen und Tiger und sowas). Als erstes kamen ganz normal Rehe, doch es waren unendlich viele Tiere und wir fuhren bestimmt eine halbe Stunde. Es gab Strauße und Kängurus und Zebras und Giraffen und tausend verschiedene Arten von Rehen, auch Alpakas und Lamas. Ich konnte sogar eine Giraffe anfassen und ein Zebra biss mir in die Hand. Es war so schön nud unglaublich zurzeit, dass all diese Tiere so viel Platz dort hatten, denn dieser Park war riesig. Und wie gesagt, sie konnten sich ziemlich frei bewegen. Gehen 23 Uhr war die Tour zu Ende und wir fuhren zu unserem Hotel. Da wurde mir bewusst, dass KT's Familie sehr wohlhabend sein muss, denn dieses Hotel war traumhaft und KT und ich hatten sogar ein Zimmer für uns. Als wir ankamen, war es 0 Uhr und da sagte KT's Papa grinsend 'morgen stehen wir um 4 Uhr auf'. Ich hielt das erst für einen ziemlich schlechten Scherz. Einen sehr schlechten Scherz. War es leider nicht.
Nach drei Stunden Schlaf wurden wir also vom viel zu lautem Wecker geweckt. Wir schleppten uns nur mit viel Mühe aus dem Bett und setzten uns ins Auto. Im Auto versuchten wir zu schlafen, war aber leider nicht möglich, da wir auf einen Berg gefahren sind und es sehr huckelte und KT's Papas Fahrstil sowieso sehr speziell ist. Nundenn, völlig tot stiegen wir aus dem Auto. Wir waren hoch oben auf einem Berg und setzten uns in ein ein offenes Café, das im Prinzip nur auf einem Gestell stand und wieder nur überdacht war, man saß also draußen und konnte die Aussicht genießen. Und zum ersten Mal in meinem Leben in Thailand frohr ich mir den Arsch ab. Es waren 14 Grad und ziemlich windig da auf dem Berg und ich hatte nur eine Sweatjacke an, da ich Jacken bisher ja nicht brauchte im mummeligen Bangkok, wo die Leute 27 Grad schon kalt finden.
Aber die Aussicht war atemberaubend. Weiter unten waren überall Lichter und man konnte die Berge so schön sehen. Wir bestellten uns Frühstück und einen warmen Kakao und aßen es schweigend, jeder wollte diesen Moment für sich selbst. Das frühe Aufstehen hatte sich sowas von gelohnt. Nachdem wir aufgegessen hatten und wir das Gefühl hatten, es würden sich schon Eiszapfen an uns bilden, stiegen wir ins Auto und fuhren zur nächsten Station - eine Sommerrodelbahn und ein Kletterpark. Von der Sommerrodelbahn war ich ein bisschen enttäuscht, da ich mal eine wahnsinnig tolle in Österreich gefahren bin, und diese war nichts gegen die damals in Österreich, aber es war schon ziemlich witzig. Doch dann kams zum Klettern, oder eher nicht klettern - man wurde in diese Sicherheitsteile geschnallt, dann an ein Eisenseil gespannt und dann konnte man von Plattform zu Plattform springen, doch der Weg war unendlich lang, sodass man eine ziemlich lange Zeit in der Luft hing, unter einem Palmen, und mit einer unglaublichen Geschwindigkeit da lang rauschte. Es ist ziemlich schwer, das zu beschreiben. Aber es war unglaublich. Es waren jeweils zwei Typen dabei, die uns sicherten und immer auffingen oder runterstießen. Und mit ihnen konnte man auch ziemlich viel herumalbern, denn sie waren ziemlich witzig. Ganz zum Schluss mussten wir auf einen Turmklettern und um hinunterzukommen, einfach springen. Der Turm war ziemlich hoch und als ich hinuntersah, wurden meine Knie butterweich. KT und ich jammerten uns gegenseitig voll, wie schrecklich das alles ist und wie viel Angst wir hätten, und da sicherte der eine Typ mich eifnach, sodass ich bereit zum Springen wäre und ich nur so 'nein nein stopp ich kann das nicht' und musste dabei immer wieder lachen, weil es einfsch so hoch war und so absurd, dass wir da jetzt einfach springen würden. Und er fragte mich, woher ich käme und während ich antwortete, schubste er mich einfach runter, sodass 'Deutschland' auf Thai total von meinem Schrei erstickt wurde. Als ich unten ankam und abgefedert wurde, blieb ich da erstmal eine gefühlte Ewigkeit sitzen und wollte nochmal hoch, um diesen Typen eigenhändig umzubringen. Noch 10 Minuten danach zitterte ich wie Irre und es dauerte auch ein bisschen, bis KT dann unten war. Danach waren eir völlig fertig mit den Nerven und stiegen ins Auto, um zur nächsten Station zu fahren. 
Dies war ein botanischer Garten, der von der Königin errichtet wurde. KT und ich gingen allein und es war eigentlich echt schön. Wir konnten ein bisschen herumschlendern und in riesige Gewächshäuser gehen, wo dann teilweise eine kleine Wüste mit Kakteen war oder ein Urwald mit Wasserfall drin und eine riesige Anzahl and Blumen. Wir genossen die Ruhe ein wenig, denn wir waren unglaublich müde und mittlerweile fiel sogar gehen ein bisschen schwer. Wir aßen danach eine Kleinigkeit und dann sollte es zu einer Elefantenfarm gehen. KT und ich durften dann auf einen Elefanten reiten, was ziemlich cool war, aber ein bisschen Angst hatte ich schon, da wir in diesem Korb auf dem Elefanten saßen und es ziemlich gewackelt hat und es sich si anfühlte, als würde der Elefant jeden Moment stolpern. Außerdem tat er mir wegen meines Gewichts Leid. Aber nungut. KT und ich wurden also ordentlich durchgerüttelt. Als wir eine Runde gegangen waren und wieder abstiegen, hieß es, dass wir noch eine Elefantenshow schauen wollten, bei der es 1 1/2 Stunden dauerte, bis sie anfing. Zuerst setzten wir uns hin und warteten. Nach einer halben Stunde merkten wir, dass es keinen Sinn machte, denn wir waren einfach viel zu müde. Und so ging es zurück ins Hotel, wo wir erstmal 3 Stunden schliefen. Selbst danach war ich noch müde, doch wir fuhren in die Stadt, um einen riesigen Markt zu besuchen. Dort aßen wir erstmal Sushi, welchem ich mittlerweile total verfallen bin und ich konnte sogar endlich mit Stäbchen essen, worauf ich richtig stolz war. Mit ihren Eltern hatte ich wirklich viel Spaß. Wir unterhielten uns wieder über Hautfarben und ich zeigte ihnen ein Foto von meiner Familie, um zu zeigen, dass nicht alle so weiß sind, wie ich. Das fanden sie komisch. Auch, dass meine Schwester fast die gleiche Hautfarbe hatte wie KT, fanden sie noch komischer. Als ich dann erzählte, dass wir alle meine Schwester für ihre Bräune beneideten und ich nicht gesund aussehe, weil ich so weiß bin und wir es Zockerbräune nennen, das konnten sie dann nicht mehr glauben. Sie dachten, ich würde mit ihnen scherzen. Eben ein völlig anderes Schönheitsideal als wir.
Nach dem Marktbesuch war es schon wieder ziemlich spät und wir fuhren zum Hotel, wo KT und ich noch einige Filme schauten, doch auch bald gingen wir wieder schlafen, denn am nächsten Tag würden wir schon zurückfliegen. Bis um 9 schliefen wir und bedienten uns danach am Hotelbuffet, das wirklich sehr gut war. Es war so gut, mal wieder Cornflakes und Obstsalat zum Frühstück zu essen, anstatt Reis. Also bedienten wir uns reichlich. Danach packten wir unsere Sachen und mussten auschecken. Bevor wir zum Flughafen fuhren, besuchten wir noch einen Markt, um etwas für unsere Familien zu kaufen, so kaufte ich traditionelles Essen aus dem Norden und getrocknete Früchte für meine Gastfamilie. Am Flughafen pa kte mich wieder die Vorfreude auf den Flug, doch unser Flug hatte Verspätung und wir mussten ziemlich lange warten, bis es dann soweit war. Auch dieser Flug verging sehr schnell, da ich einschlief. Aber der Ausblick aus dem Flugzeug raubte mir immer wieder den Atem. Wie wunderschön die Welt doch ist und wie wenig wir sie zu schätzen wissen.
Wir erreichten Bangkok gegen 16:30 Uhr. Zuhause. Immernoch komisch manchmal, das zu sagen. KT's Familie fuhr mich dann auch noch nach Hause und somit war meine Reise beendet. Wir verabschiedeten uns alle sehr herzlich und sie sagten mir, dass sie sowas gerne mal wieder mit mir machen würden, wo ich auf jeden Fall zustimmte. Ich war froh, wieder Zuhause zu sein, denn ich war sehr müde, doch die Tage waren unendlich schön. Endlich hatte ich mal wieder die Chance, mehr von Thailand zusehen, andere Stellen, andere Orte, anderes Essen, andere Leute, anderes Leben. Das alles war Balsam für meine Seele und was hab ich mich wieder verliebt.
- Kim