Dienstag, 6. September 2016

Ein kleiner Zwischenstand

Nach 2 1/2 Monaten

Nun ist es schon wieder eine Weile her und die Zeit steht beinahe still. Doch als ich auf heute auf das Datum geschaut habe, ist mir aufgefallen, dass nun 2 1/2 Monate meines Austauschjahres um sind. Automatisch schießen schon due Fragen in meinen Kopf - Hast du die Zeit auch gut genutzt? Was hast du noch alles vor und was willst du noch erreichen? Und vor allem immer wieder dieser Satz im Kopf: 'Mach weiter. Schaue nicht zurück.'
Nun ist das erste Semester fast wieder um und die Final Examen stehen in einer Woche an. Da heißt es wieder lernen, lernen und nochmal lernen. Doch ich merke schon selbst, wie es mir leichter fällt, zur Schule zu gehen, da ich mehr Freunde außerhalb meiner Klasse gefunden habe. Ich hatte ja immer das Problem, dass Thais einfach unendlich schüchtern sind. Natürlich, alle lächeln mich an und winken kir immer kräftig zu, aber niemand traut sich so richtig, mit dem Farang zu reden. Es gibt ein paar Schüler, die sich über Facebook herantasten odrr Snapchat und dann einfach warten, bis ich persönlich den ersten Schritt zu einem Gespräch mache, was manchmal jedoch auch ziemlich schwierig ist, da ihr Englisch nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei ist. Doch vor ungefähr 3 Wochen begann ein Junge aus meiner Parallelklasse, mir immer die Hand zu schütteln, was alle ausgesprochen witzig fanden, da sie das ja noch nie gemacht haben und es das in dieser Form in Thailand ja nicht gibt. Und irgendwann hat er sich auch mal getraut, ein bisschen mit mir zu reden, und nun sind wir ziemlich gute Kumpels geworden. Wir teilen viele Interessen miteinander wie Musik und Serien, sodass wir eigentlich immer was zum Reden haben und auch seine Freunde wollen nun mal mit mir reden. Es macht es mir wesentlich einfacher, weil ich mich nicht mehr behandelt fühle, als wäre ich ein Mensch von einem anderen Planeten. 
Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass alles jetzt so geworden ist, wie es ist.
Sehr viele weitere Ausflüge gab es in der letzten Zeit nicht wirklich. Wir genießen es jetzt einfach alle sehr, ein bisschen Zuhause zu sein und einfach mal abzuhängen. In der letzten Zeit ist es unglaublich heiß und so sind wir alle froh, uns ins klimatisierte Haus zu verkrümeln. Von meiner Organisation habe ich nun erfahren, dass im Oktober ein Camp ansteht, in welchem sich alle Austauschschüler treffen und vier Tage zusammen im Süden verbringen. Meine Vorfreude ist grenzenlos, doch bis dahin sind es noch gute 3 Wochen, mein Visum muss beantragt werden, es muss gelernt werden und die Zeit muss einfach vergehen. Wie schon in meinem letzten Bericht erwähnt, der Alltag und die Routine haben mich fest im Griff und ich denke, so schnell wird sich das auch nicht ändern. Doch zurzeit fühle ich mich sehr wohl mit meinen Freunden und dem Schulalltag, auch wenn ich es nie für möglich gehalten hätte. Selbst das Wäsche waschen kommt mir nicht mehr ganz so ätzend vor wie früher und ich denke, das ist ein gutes Zeichen dafür, dass ich mich einfach dran gewöhnt habe. 
Ich kann eigentlich nichts großartiges erzählen, außer, dass mein Leben vorangeht. Meine Familie und meine beste Freundin fehlen mir trotzdem unendlich sehr. Doch Dank des Alltags habe ich nicht allzu viel Zeit, darüber nachzudenken und das ist auch gut so. Denn auch wenn Skype uns ständig miteinander verbindet, wir leben für eine Weile in anderen Welten und keine stoppt für irgendjemanden. Und in 7 1/2 Monaten sind wir alle wieder zusammen, auch, wenn es lange klingt, wird die Zeit vergehen wie im Fluge, da bin ich mir sicher.
- Kim
  
   

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