Dienstag, 28. Juni 2016

Irgendwie anders

Mein erster Schultag

Mein erster Schultag begann mit viel zu hellem Licht und einer Schuluniform, die schwer auf meinem Bett lag. Doch ich sprang sofort auf und zog sie an. Ich kann nicht beschreiben, wie magisch dieses Gefühl war, die eigene Schuluniform anzuziehen. Jetzt weiß jeder, wie du heißt und zu welcher Familie du gehörst. Jeder weiß, auf welche Schule du gehst. Jeder weiß, dass du dazu gehörst.
Es blieb auch nur bei Schuluniform anziehen und Zähne putzen, denn wir fuhren um 5:30 los, um rechtzeitig da zu sein. Jeden Morgen wird die thailändische Flagge gehisst und dabei wird von allen Schülern die Nationalhymne gesungen. Dies geschieht um 7:30. Wir müssen jeden Tag so früh los, weil um die Zeit Rush Hour in Bangkok ist und es wahnsinnig viel Stau gibt, sodass wir gut 1:30 Stunden brauchen, bis wir die Schule erreicht haben. Als wir sie dann endlich erreichten, kauften wir mir erstmal etwas zu essen in der riesigen Kantine, denn für Frühstück haben wir morgens keine Zeit. Ich wurde zu meinem Klassenraum geführt, wo mich meine Klasse schon erwartete. Ich liebe meine Klasse wirklich. Zusammen sind wir 7 Leute. Wir studieren im English Program, was bedeutet, dass der Unterricht nur auf Englisch stattfindet. Ich ging also mit ihnen hinunter in den Hof, wo sie die Nationalhymne sangen und ich gebannt zuschaute und zuhörte. Es ist schon etwas besonderes, zu sehen, wenn 4000 Schüler auf ihre Flagge schauen und ihre Hymne singen. Ich war auf jeden Fall sehr froh, ein Teil davon sein zu dürfen.
Nach der Hymne gingen wir zurück in den Klassenraum, wo ich meinen Stundenplan bekam. Als ich ihn las, war ich erstmal geschockt - nichts von wegen Schwertkampf, traditionelles kochen, traditionelles tanzen, Meditation und Thai boxen, stattdessen Physik, Naturwissenschaften, Chemie und Mathe. Es war irgendwie anders, als YFU uns das erklärt hatte. Ich war so entsetzt, dass ich mit den Tränen kämpfen musste. Wie soll ich auf einer thailändischen Schule Physik verstehen, wenn ich das nicht mal in Deutschland kann? Und ich Zuhause in Mathe gegen eine 5 kämpfe? Nein, das konnte nicht wahr sein. Ich fragte meinen Klassenlehrer, ob es möglich sei, einige Fächer zu wechseln, weil mir das eben alles so erklärt wurde und ich in Deutschland viele Fächer davon schon längst abgewählt habe. Physik konnte zu japanisch umgewandelt werden. Beim Rest mal schauen. Immerhin etwas.
Das erste Fach, was wir hatten, war Mathe. Mein Lehrer ist Amerikaner, wie alle meine Lehrer, die perfektes Englisch mit strakem Akzent reden. Hab ich erwähnt, dass ich gegen eine 5 in Mathe kämpfe? AUF DEUTSCH? Nun gut. Ich war einfach sehr froh, so eine tolle Klasse zu haben. Sie halfen mir, wo sie nur konnten, erklärten mir Formeln, halfen mir, essen zu kaufen, brachten mich zum Lachen. Mit dem Laptop eines Klassenkameraden schauten wir Game of Thrones. Eine Gitarre ist auch in unserem Klassenzimmer und wirklich alle meine Mitschüler können wunderbar spielen und singen. Es ist selten, so viel positive Energie um sich zu haben und mir war nie bewusst, wie ansteckend das ist.
Mein Schultag endete, als meine Mutter und Nui mich abholten und ich war irgendwie auch sehr glücklich, wieder bei ihnen zu sein. Als wir dann Zuhause waren, fragte ich die anderen YFU'ler nach ihren Fächern, und sie erzählten mir von ihren tollen Fäxhern und dass sie wählen konmten, was sie wollten und und und. Da hörte es bei mir auf. Ich hab bestimmt eine halbe Packung Taschentücher vollgerotzt. Alles war einfach so unfair. Meine Mama aus Deutschland riet mir, mit meiner YFU Betreuerin darüber zu reden und das tat ich. Ebenso redete ich mit Nui, die mich vollends verstand und mir sagte, dass sie mit den Lehrern reden wird, was sie auch tat. Nächste Woche bekomme ich einen neuen Stundenplan, und ich bin unendlich dankbar dadür. So endete ein Tag voller Frustration und voller Freude aufgrund der neuen tollen Freunde.
- Kim

 
 

Montag, 27. Juni 2016

Meine Gastfamilie

Die Gastfreundschaft der Thai

Samstag war es endlich so weit - unsere Gastfamilien holten uns ab. Am Abend zuvor erklärte uns Pii Pad, dass unsere Gastfamilien zwischen 9 und 12 Uhr eintreffen würden, doch dass manche sich schon für bestimmte Zeiten angekündigt haben. Meine Familie hatte sich für 9:30 Uhr angemeldet. Um 7 Uhr war ich schon hellwach. Ich machte mich fertig und nervte die anderen mit meiner guten Laune und dass nun endlich jemand mit mir frühstücken solle. Daraus wurde nichts. 
Dan öffnete die Tür und sagte 'Kim, deine Gastfamilie ist schon da.' Es war 7:45.
Mein Herz pochte wie verrückt. Ich schnappte meinen über 30kg schweren Koffer und meinen Rucksack und ging mit den Leuten, die schon fertig waren, nach unten. Ich sah meinen Gastbruder schon von weitem. Er lächelte mich an. Als ich auf die Bank schaute, saß dort meine ganze Familie und ich umarmte jeden mit ganzem Herzen und niemand wollte mich mehr loslassen. Nachdem Pii Pad ein Bild geschossen hatte, ging es ins Auto und los.
Den ersten Stopp machten wir an meiner Schule, weil meine Gastschwester, Nui, mich ein bisschen herumführen wollte und mein Gastbruder, ich nenne ihn Ohm, einen Freund dort traf. Die Schule ist riesig. Es dauerte ewig, bis wir wieder im Auto saßen. Ohne Ohm ging es dann in einen Department Store, wo wir meine Schuluniform kauften und Sportschuhe sowie Socken für die Uniform besorgten. Doch auch nach diesen Einkäufen war noch nucht Schluss. 
Als nächstes hielten wir an einem Möbelmarkt, wo meine Mutter neue Bettwäsche sowie neuen Bettbezug kaufte. Ich schreibe dies, während ich in einer babyblauen Hello Kity Wäsche liebe und es ist irgendwie total cool, sich nochmal wie ein Kind zu fühlen. Dann endlich ging es nach Hause. An der Tür hing eine Gelande mit 'Welcome Kimi' drauf. Meine Familie lebt einen sehr simplen Lebensstil. Mein Zimmer besteht aus einen Bett und einen kleinen Tisch, mein Kleiderschrank steht im Flur, doch das reicht. Das ist mehr, als ich je geben könnte. Alle sind so unfassbar lieb und mir wurde gleich gesagt, dass ich mich am Kühlschrank immer bedienen kann, dass ich mir nehmen kann, was und wann ich möchte, dass ich mich wie Zuhause fühlen soll und dass ich zur Familie gehöre. Und ja.
Bei dieser Herzlichkeit fühle ich mich wie Zuhause.
- Kim

Samstag, 25. Juni 2016

Ein Farang sein

Unterwegs in Bangkok

Für Freitag, den 24.06.2016, war geplant, ein bisschen Sightseeing durch Bangkok zu unternehmen. Wir wappneten uns mit Unmengen an Sonnencreme und mindestens 2 Flaschen Wasser umd setzten uns in den Van. Zuerst fuhren wir zum Pier, wo wir mit dem Boot über den riesigen Fluss Chaopraya in Bangkok hineinfuhren. Diese Fahrt war richtig cool. Jedoch war die Frau vor mir ziemlich seekrank, sodass ich die Fahrt über den Geruch von Erbrochenem genießen durfte. Als wir an der gewünschten Station ankamen, sprangen wir alle sehr schnell vom Boot, denn dieses hielt nur höchstens 10 Sekunden. 
Zuerst besuchten wir den Grand Palace, den Königspalast. Es ist unglaublich schwer, das zu beschreiben. Alles ist vergoldet umd überall stehen goldene Statuen. Der ganze Hof hat eine Geschichte, nichts war dem Zufall überlassen. Wir hatten einen Guid, welche mir doch ziemlich Leid tat, weil wir mehr damit beschäftigt waren, Fotos zu machen, anstatt ihr zuzuhören. Doch sie war sehr freundlich und hat uns öfter mal die Kamera abgenommen, um ein Gruppenbild zu machen. Trotz der Farbpracht und der beeindruckenden Gebäude war dieser Ausflug doch sehr anstrengend, da es an diesem Tag 35 Grad warm war und wie alle lange Klamotten anziehen mussten, um einen bestimmten Bereich betreten zu können. Doch es war wunderschön und ein Ausflug, den ich nie vergessen werde.
Nach dem Grand Palace gingen wir in einen Department Store, wo wir aßen und uns danach um unsere Sim Karten kümmerten. Zur Abwechslung gab es mal ein Steak, doch auch dieses war in Thai Stil zubereitet und schmeckt viel besser als das Deutsche. Nach dem Essen kauften wir unsere Sim Karten. Ich war froh, endlich mobile Daten zu haben und so schneller Fotos versenden zu können.
Wir setzten uns in den Van und kamen zum Highlight des Tages - wir besuchten eine thailändische Schule, alle zusammen. Thailändische Schulen sind unfassbar riesig. Jedes einzelne Programm hat ein eigenes Gebäude und jede Schule hat ein eigenen Bereich für das Schulmilitär. Als wir aus dem Van stiegen, standen einige Schüler ein Stockwerk höher und schauten auf uns hinab. Als wir ihnen zu winkten, jubelten sie auf einmal los, als wären wir berühmte Stars. Sie klatschten und machten Fotos und als wir hinauf gingen, um im den Meeting Saal zu gehen, schenkten sie uns Rosen und wir machten den traditionellen Thai Gruß - den Wai - und dann flippten sie völlig aus. Wir Europäer und Amerikaner werden in Asien als 'Farang' bezeichnet, was übersetzt 'Westler' bedeutet. Und ein Farang, der einen Wai macht und sie auf Thai begrüßt, hatten sie wohl noch nie richtig gesehen.
Der Direktor begrüßte uns und hielt eine Rede. Danach wurde uns jeweils ein Schüler zugeteilt, der uns durch die Schule führen sollte. Ich ging mit einem Jungen, der Nu-dee hieß. Er war sehr freundlich und wir redeten und lachten sehr viel. Jedoch kamen wir oft nicht von der Stelle, da andere Schüler mich oft begrüßen wollten und Bilder mit dem Farang haben wollten, sowie mal meine Haare anfassen wollten. Ich weiß nun, wie es ist, berühmt zu sein.
Nach einer Stunde war es Zeit zu gehen, was uns alle sehr traurig machte, hatten wir uns doch gerade ins Herz geschlossen. Es wurden noch tausende Bilder gemacht, bevor wir gingen und es gab viele Umarmungen. Nach diesem Tag hatte ich keine Angst mehr, in meine Schule zu gehen. Ich war mir sicher, sie würden alle so herzlich sein, wie diese Schüler. 
Wir fuhren zum nächsten Department Store, um shoppen zu gehen. Bei 6 Stockwerken mit Läden, die du nicht kennst, ist das ziemlich schwierig. Alle Department Stores sind wahnsinnig riesig. Am Ende hatten wir auch gar keine Lust mehr, shoppen zu gehen, da wir so unglaublich müde waren. So kippten wir auch, als wir im Hotel waren, halbtot in die Betten. Ein unglaublicher Tag fand ein Ende.
- Kim

  
   

Orientation Camp

Gestrandet in Nonthaburi

Von Montag bis Freitag verbrachten wir die Tage in einem Hotel in Nonthaburi, welches direkt neben Bangkok liegt. Von der ganzen Welt gesprochen waren wir 13 Austauschschüler, davon einer aus Japan, eine aus der Schweiz, einer aus Amerika, einer aus Frankreich und letztendlich 9 aus Deutschland. Wir haben uns alle wirklich super verstanden. Wir teilten unsere Ängste und unsere Freude über Thailand, unsere Gastfamilien und was alles so auf uns zukommen mag. Wir hatten drei Betreuerinnen - Pii Pad, Pii Kay und Fai. Pii Pad und Pii Kay haben uns viel über die Kultur gelehrt, wie wir zu essen haben, wie wir unseren Respekt zeigen, etc. Fai war vor zwei Jahren mit YFU für ein Jahr in Schweden und hat uns viel unterstützt. 
Das Hotel hatte einen riesigen Pool. Und wenn ich riesig sage, meine ich auch riesig. Er war umgeben von Palmen und überall waren Steinbänke und Liegen und was das Herz begehrt. Wir waren jeden Abend im Pool, was dazu führte, dass wir nun alle von Moskitos zerstochen wurden, doch es hat sich mehr als gelohnt. 
Im Hotel kamen wir außerdem erstmals in Kontakt mit thailändischem Essen. Es gibt Unmengen an Früchten, die es in Deutschland nicht gibt. Alle sind sehr süß und es gab bisher keine Frucht, die ich nicht mochte. Die Bananen dort sind zum Beispiel viel kleiner und schmecken wesentlich süßer. Es gab zu jeder Tageszeit Reis und immer mit einer scharfen Beilage. Entweder man mochte es nicht, oder man wusste noch nicht so Recht, ob man es nun mag oder nicht. Das kommt aber davon, dass es so extrem anders ist. Keine einzige Speise ähnelt die der deutschen. Und wenn doch, schmeckt sie komplett anders. 
Wir sind als Gruppe sehr zusammengewachsen und waren sehr traurig, dass wir uns am Samstag trennen mussten. Aber wir wussten, wofür wir das taten. Und wir wussten, wir werden uns alle wiedersehen. Auch, wenn wir dieses fantastische Hotel vermissen werden.
- Kim

  
  

Paradies der grauen Wände

Die Anreise

Als ich am 20.06 aufwachte, war das wie ein Traum - heute fliegst du nach Thailand. Du erlebst was, worauf du so lange gewartet hast. Als dann langsam meine Freunde eintrudelten und wir dann losgefahren sind, ist mir erst bewusst geworden, was hier eigentlich passiert. 'Unglaublich, was wir hier tun' sagte ich öfters meiner Mama. 
Der Abschied dann viel mir unheimlich schwer. Als meine Mama und meine beste Freundin dann anfingen zu weinen und mein Papa mir sagte 'Lebe deinen Traum' ging auch bei mir gar nichts mehr. Die Kontrollen passierte ich mit verquollenen Augen.
Nachdem das Flugzeug dann in Frankfurt landete, fand ich die anderen YFU'ler schon am Gate. Wir waren alle krass aufgeregt und konnten es nicht fassen. Als unser Flug dann aufgerufen wurde, ging gar nichts mehr - wir stürmten alle wie die Verrückten ins Flugzeug hinein. Glaubt mir, der Flug war die Hölle. Weil die Kim ja mal wieder zu blöd war, die Sitzlehne nach hinten zu drehen, konnte sie natürlich kein bisschen schlafen. 2 stunden von 11, höchstens. Immerhin hat mir das den Jetleg erspart. Neben mir saß ein Mann, der in Bangkok wohnt und eine lange Zeit habe ich mich mit ihm unterhalten. Nunja. Eigentlich habe ich ihn die ganze Zeit zugeredet und er antwortete mit 'wow' und fragt mich noch mehr. Er lächelte sehr viel und war sehr offen. Dazu hatten wir noch Fernseher umd ich vertieb mir meine Zeit mit 'Blind Side' und 'Rambo'. 
Dann endlich landeten wir. Alle hatten ihre Koffer bekommen und es ging hinaus. Unsere YFU Betreuer fanden wir sehr schnell auf den riesigen Flughafen. Als wir hinaus gingen, schlug uns erstmal diese unglaubliche Hitze entgegen. Stolze 34 Grad waren es. Wir wurden in einen Kleintransporter gebracht und dann ging es los:
Das erste, was mir aufgefallen ist, ist diese Farbpracht. Ich denke, ich wusste vorher nicht mal, was Farben sind. Überall siehst du etwas vergoldet und große Häuser und leuchtende Autos und krass grüne Bäume und das Abbild des Königs auf der Straße und und und. Bangkok ist grau, aber es ist ein schönes grau, nicht so verblasst. Ein graues Paradies. Wir klebten die ganze Zeit am Fenster. Ich werde diesen Moment nie vergessen, wo unsere Köpfe nach rechts und links schlugen, weil wir nichts verpassen wollten. Denn ab da wusste ich, ich habe alles richtig gemacht. Überall Mopeds mit teilweise 3 Leuten drauf. Menschen, dir auf einem Transporter auf der Ladefläche saßen und das Leben genossen. Alle Menschen winken dir zu und lächeln dich an. Wunderschön ist kein Wort für das, was wir erleben dürfen.
Es ist schwer, alle Eindrücke in Worten wiederzugeben. Gerade bin ich im Orientation Camp im Hotel. Am Samstag werde ich in meine Gastfamilie kommen und dann von diesem Camp erzählen, da sich das sonst zu sehr ausdehnt und ich um ehrlich zu sein auch nicht viel Zeit habe, weil ich jeden Moment in mir aufsagen, jeden Moment genießen möchte. Was ich bisher sagen kann, ist, dass es die beste Entscheidung überhaupt war und ich vollends glücklich bin. So  unglaublich glücklich.
- Kim
   
 K 

Sonntag, 19. Juni 2016

1 Tag vor Thailand

Die letzte Woche

Der letzte Tag vor meiner Abreise. In genau 24 Stunden werde ich schon am Flughafen stehen und mich von meiner Familie und von meinen Freunden verabschieden. Und ich weiß, dass mir das unendlich schwer fallen wird. Die letzte Woche hatte es wirklich in sich. Ich war von der Schule befreit, jedoch schrieb ich noch zwei Klausuren und es erwartete mich eine große Abschiedsstimmung, sowie viel Stress und viel Langeweile zugleich. Montags verabschiedete ich mich von meinem Leistungskurs in der Schule, was mir unheimlich schwer viel, hatte ich doch alle wirklich in mein Herz geschlossen. Dienstag fuhr ich mit meiner Mutter nach Hannover, um die letzten Klamotten Einkäufe zu erledigen. Am Mittwoch machten wir unseren Familientag und am Donnerstag ging ich mit meiner Mutter und ihrer besten Freundin essen. Und da war es auch schon Freitag, wo ich vom Abschiedsfeiern nur so überrannt wurde. Zuerst ging ich mit meiner Klasse an den Strand, wo wir Pizza aßen. Danach feierte ich noch mit ein paar Freunden in den Abend hinein. Es war einfach zu schön und ich musste mich so oft zusammenreißen, nicht loszuheulen, weil ich weiß, dass ich die ganzen Idioten für eine lange Zeit nicht wieder sehen werde. Je öfter ich meine beste Freundin ansehe, je öfter bricht es mir das Herz. Gerade, weil ich weiß, dass es ihr schwerer fallen wird als mir, in den Alltag wieder hinein zu kommen. Ich habe Angst, dass ich eine Lücke hinterlasse, die sie nicht zu füllen weiß. Sie bedeutet mir einfach so unendlich viel und ich bete, dass sie mich für eine gewisse Zeit einfach ein bisschen vergessen kann und dieses Jahr zu einem wundervollen macht. 
Ebenso merke ich, wie sehr ich meine Familie vermissen werde. Dieser Haufen von Menschen ist einfach unbezahlbar und ich hoffe, dass ich nicht zu starken Heimweh bekomme. Nun ist es nur noch ein Tag. Der Koffer steht gepackt hinter der Zimmertür. Die Klamotten für den Flug sind rausgelegt und ich frage mich schon die ganze Zeit, wie ich heute einschlafen soll. Ich habe Angst und unendliche Freude gleichzeitig und dieses Gefühl verwirrt mich zutiefst. Aber irgendwie realisiere ich das alles noch gar nicht. Mein nächster Eintrag wird aus Bangkok kommen, wo ich Dienstag ankommen werde. Ich muss mir immernoch einreden, dass das alles hier real ist.

- Kim

    
Meine Familie am Familientag.                     Beim Klassentreffen.   Beim Klassentreffen.          

 Meine besten Freunde.