Montag, 4. Juli 2016

Moderne Welt und Traditionen

Ein Tag mit meinen Freunden

Am Sonntag gingen meine Freunde und ich in einen Tempel. Ich war sehr aufgeregt, hatte ich sowas ja noch nie gesehen und wollte schon immer mal einen Tempel besuchen. Mein Papa und Ohm fuhren mich zum Tempel hin, wo ich die anderen auch schon sehr bald sah. Es war ungewohnt, meine Klassenkameraden mal ohne Schuluniform zusehen. Sie hatten einen ganz anderen Style, als ich immer gedacht hatte und da ist mir bewusst geworden, was Kleidung aus Leuten macht, weil man komplett andere Bilder von den einzelnen Persönlichkeiten bekommt. Aber darum geht's nun nicht.
Wir gingen in den Tempel Bereich. Ich war so aufgeregt, als ich die ersten Mönche sah und sie mich anlächelten. Frauen gingen auf sie Knie, sobald sie einen sahen. Doch die meisten Mönche ignorierten dies und schauten einfach auf ihr Smartphone. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Wir setzten uns nicht zu den anderen Menschen und beteten. Zu meiner Überraschung gingen wir in die Tempelküche. Denn meine Freunde waren nicht gekommen, um zu beten, sie waren gekommen, um religiösen Verdienst zu erwerben. Buddhisten glauben an eine Widergeburt. Es heißt, wenn man viel meditiert, sich als guter Mensch erweist und gute Taten vollbringt, so wird man im nächsten Leben als etwas gutes wiedergeboren. Das ist Karma. Und meine Freunde sorgen sich sehr darum. Wir wuschen die Teller ab, putzten draußen die Fenster, fegten den Hof, doch für mich war Schluss, als wir dann noch die Toilette putzen sollten. Das machten dann meine taffen männlichen Freunde und wir Mädels waren sehr dankbar dafür.
Nach unserem Besuch gingen wir essen. Wir gingen in ein Restaurant, wo es sehr viele Meeresfrüchte und Fisch gab, einfach alles, was man im Meer so findet. Es war einfach traumhaft. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel gegessen. Es war einfach mal wieder etwas völlig neues.
Dann fragten mich meine Freunde, ob ich noch Lust hätte, mit ihnen shoppen zu gehen. Ich klärte alles mit meiner Familie und dann gings auch schon los. Wir fuhren in ein riesiges Einkaufszentrum, wo nur sehr reiche Leute etwas kaufen konnten. Das ist eben der Unterschied zwischen Thailand und Deutschland. Wenn sich Mädchen in Deutschland zum shoppen verabreden, kommen sie mit tausenden Tüten zurück. In Thailand eird meist nur geschlendert, herumgeguckt, aus Spaß etwas anprobiert und und und. Wir verbrachten unsere ganze Zeit dort. 
Einer meiner besten Freunde hier meinte, dass es wichtig sei, dass ich mit ihm in die Kunstausstellung ginge, was wir auch taten. Ich hatte mich nie sonderlich für Kunst interessiert, doch als wir dann davor standen, vor den riesigen Gemälden, da fühlte ich auf einmal etwas. Vielleicht bin ich einfach älter geworden und auch wesentlich reifer, um Kunst zu verstehen. Vielleicht wollte ich mich aber auch nur darauf einlassen. Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung.
Der Tag endete damit, dass mich meine Mutter und Nui von der Schule wieder abholten und wir nach Hause fuhren. Es war ein Tag voller neuer Eindrücke und Erfahrungen in einem völlig anderen Leben. Der Tag hat mich viel gelehrt. Viel über mich selbst. Und er hat kir gelehrt, dass ich nicht alleine bin, sondern Freunde habe, die Rücksicht nehmen und mir ihre Heimat zeigen wollen. Sie wollen, dass ich ein Teil ihres Lebens bin. Und das bedeutet mir unendlich viel.
- Kim

   
    

1 Kommentar:

  1. Meine liebe Kim, verfolge mit großem Interesse deine Eintragungen in diesem Block, und bin immer positiv überrascht.Und wie ich sehe kommt ganz schön was auf dich zu, immer wieder neue Erlebnisse.Hab dich lieb deine Omi.

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