"You know, we imagined a lot how our new classmate would be. We imagined that you could be a make-up person from the rich countryside or an athlete who makes sport everyday. We never imagined that you would be exactly like us. And it's more than awesome that you fit in our group so well, we can't imagine our group without you anymore. But soon, we sadly have to.'
- Jimmy
Es ist jetzt schon ein bisschen her, seit ich das letzte Mal etwas hier geschrieben habe. Ich hatte einfach wenig Zeit und war so sehr damit beschäftigt, zu leben und zu genießen, dass ich selbst mein Handy oftmals einfach liegen gelassen habe und bin deswegen ab und zu auch dort schlecht erreichbar, also bitte nicht wundern. Ich habe beschlossen, den Stil meines Blogs hier ein bisschen zu ändern und vor jedem Eintrag ein Zitat einzusetzen, welches mir im Kopf hängen geblieben ist, denn in der letzten Zeit gibt es viel zu viele davon. Die deutsche Übersetzung ist am Ende meines Eintrags.
Wie schon angedeutet, gab es die letzten Wochen viel zu tun. Ich bin eine Menge umhergefahren und habe eine Menge mit meinen Freunden gemacht, auch am Wochenende. Letzten Dienstag habe ich Jimmy und KT zum Essen eingeladen, da Jimmy im Januar Geburtstag hatte und ich nicht dazu kam, ihr etwas zu schenken. Nach der Schule brachten wir also noch ein paar Wahlwerbeposter in der Schule für Jimmy an und fuhren dann mit dem Taxi zur Mall, wo Jimmy sich ein Restaurant aussuchte und wir dann ausgiebig aßen. Und wenn ich ausgiebig meine, dann meine ich, dass wir so viel aßen, dass wir die Gürtel der Schuluniform lockern mussten und uns trotzdem noch schlecht war. Doch das Essen war einfach unglaublich gut und da wir viel zu viel bestellt hatten, versuchten wir alles noch irgendwie reinzustopfen, wodurch wir am Ende Bauchschmerzen des Todes hatten - doch bereut haben wir nichts!
Mit runden Bäuchen verließen wir also das Restaurant, bezahlten noch meine Telefonrechnung und gingen in einen Supermarkt, da ich Zutaten für meine Kochstunde kaufen musste (ihr könnt euch schonmal auf selbstgemachte Frühlingsrollen freuen). Drei Mädels im Supermarkt war natürlich ein totales Disaster. Obwohl wir wirklich über den Boden rollen konnten, weil in uns wirklich nichts mehr reinpasste, blieben wir auf mysteriöse Weise in der Schokoladenabteilung stecken. Und komischerweise landete doch noch eine Menge in den Korb. Und Eis auch noch. Und haben die hier etwa Haribo? Und hast du mal die Zimtschnecken probiert? Die sind göttlich!
Nun, ich muss gar nicht erklären, wie es weiterging. Wir landeten auf einer Bank nach dem Einkauf in der Mall..und aßen die Dinge, die wir gekauft hatten. Ein Land, in dem nichts über gutes Essen geht. Willkommen in Thailand.
Doch es wurde bald nachmittag und ich musste nach Hause. Also verabschiedete ich mich von meinen Mädels, suchte mir ein Taxi und fuhr los. Als meine Gastmama mir noch was zu essen geben wollte, lehnte ich dankend ab und hatte Angst, zu explodieren und so endete der wie immer wunderbare Dienstag.
Freitag war ein besonderer Tag für meine Klasse, denn im Fach Gesundheit hatte unser Lehrer ein anti-rauchen Projekt gestartet. Dazu mussten wir eine Werbeshow in der Radiostation unserer Schule machen, wo die Durchsagen gemacht werden und diese durch die ganze Schule und den ganzen Hof hallen. Wir sollten alles genauso gestalten wie in einer Talkshow im Radio und wie meine Freunde so sind, haben wir am Freutag erst angefangen, uns mal zu überlegen, wie wir das überhaupt machen wollen. Dafür hatten wir nur ein paar Stunden Zeit und ich, die typisch Deutsche mit dem Plan, war am Durchdrehen. Am Ende war Jimmy der Moderator, KT die Person, die die Campagne gestartet hat (wir haben virher noch anti-rauchen Poster überall in der Schule aufgehängt), Ta ein Mann, der mit Rauchen aufgehört hat, Ken jemand, der ein Organ wegen des Rauchen verloren hat (es war schwer, währned seines Parts nicht zu lachen) und ich einfach jemand, der noch nie geraucht hat. Als wir in die Radiostation kamen, war das schon ziemlich cool, denn dort standen überall Mikrofone mit einer Menge Knöpfe und freiwillige Schüler halfen uns, die Musik anzumachen, denn im jedem Radio wird nunmal auch Musik gespielt und immer wenn jemand fertig von Jimmy interviewed wurde, wurde ein anderes Lied gespielt. Wenn schon, dann professionell!
Am Ende war es echt gelungen, auch, wenn wir das ein oder andere Mal Probleme damit hatten, Ernst zu bleiben, doch Jimmy war taff und unterdrückte ihr Lachen jedes Mal, wenn sie an der Reihe war. Diejenigen, die gerade nicht sprechen mussten, haben sich in der Ecke weggeschmissen vor Lachen, besonders, als Ken über sein verlorenes Organ sprach. Das Komische war immer, dass man seine eigene Stimme über den kompletten Hof hallen hörte, wenn man ins Mikrofon sprach. Am Ende hat das alles aber echt Spaß gemacht und die höchste Punktzahl haben wir auch noch bekommen!
Eine andere Sache, die letzte Woche noch passiert ist, war der weltbeliebte physical Test. Jedes Semester wird ein Test gemacht, wo deine Fitness geprüft wird und auch deine Kondition und ob du irgendwelche Krankheiten oder Über- oder Untergewicht hast. Glaubt mir, ich hab diesen Test im ersten Halbjahr schon gehasst wie nichts anderes. Der Test besteht aus zwei Teilen: Laufen und Fitness. In unseree ganz normalen Sportstunde wurden wir also zum Laufen auf den Universitätssportplatz gezwungen. Es waren 38 Grad. Unsere Klamotten waren lang und dick. Ich stand auf den Platz, bin noch nicht mal losgelaufen und hatte schon keine Lust mehr.
Erst mussten wir sprinten, wo ich überraschend zweite wurde. Anscheinend ist doch noch nach all der Zeit, in der ich kein Sport gemacht habe, etwas hängen geblieben. Dann mussten wir 2km laufen. Gott. Auch dort war ich überraschender Weise ziemlich gut und bin die ganze Zeit mit der sportlichsten von uns, Jimmy, mitgelaufen und wir kamen sogar zusammen ins Ziel. Danach bekam ich einige Sprüche ab, da ich Weiße bei dem bisschen Sport ja immer gleich aussehe, wie eine Tomate. Doch das war okay, ich war einfach nur froh, es hinter mir zu haben. Da wir außerhalb der Schultore waren, gingen wir uns dann noch einen Smoothie kaufen - Erdbeer Joghurt, was ziemlich gut war nach dem Scheiß.
Der zweite Teil des Tests stand dann am Freitag an und war noch viel viel schlimmer als das Laufen. Denn da warteten Klimmzüge auf mich, sowie Sit Ups, Liegestütze, kurzer Sprinttest und Springen mussten wir auch noch. Um ehrlich zu sein möchte ich nicht darüber reden. Es war die Hölle. Und peinlich. Und das letzte Mal in meinem Leben, dass ich sowas machen muss.
Am Sonntag hatten wir uns dann alle verabredet, um Spenden für den Süden von Thailand zu sammeln, denn wie wir vielleicht in den Nachrichten gesehen habt, ist der Süden überflutet worden und eine Menge Familien haben ihr Zuhause verloren und können dort nicht mehr leben. Warum wir das gemacht haben? Für Karma. Wer weiß schon, wann unser nächstes Leben startet.
Wir hatten geplant, zu singen und Ken sollte Gitarre spielen. Wir wollten dies im größten Markt für Touristen machen, den Chatuchak Markt, den ich über alles liebe. Um 8 fuhr ich zu Jimmys Haus und zusammen fuhren wir zur U-Bahn Station, wo wir auf die anderen warteten. Nach zwei Stunden kam der Letzte. Zwei Stunden zu spät. Willkommen in Thailand.
Mit der Gitarre in Schlepptau fuhren wir also zum Chatuchak. Dort angekommen schlug uns erstmal diese unglaubliche Hitze entgegen, 39 Grad waren es. Erstmal brauchten wir eine Erlaubnis, dort spielen zu dürfen und suchten die dafür zuständige Person auf, die uns die Nachricht gab, dass wie nicht spielen durften. Super. Alles umsonst. Wir beschlossen, vor der U-Bahnstation zu spielen, doch es war unglaublich heiß nud viel zu viele Touristen, die gar nicht wussten, was wir dort machten, weil unsere Schilder auf Thai waren. Nach einer halben Stunde nahmen wir 20 Baht ein, 50 Cent. Super. Müde und motivationslos fuhren wir zurück und jeder ging seiner Wege. KT fragte mich, ob ich mit ihr zur Mall gehen wollte, weil sie sich das neue IPhone kaufen wollte und da es nich viel zu früh war, um einfach nach Hause zu fahren, fuhr ich mit. Nachdem wir ws gegessen hatten und sie sich ihr IOhone gekauft hatte, fuhr auch sie nach Hause und ich schlenderte noch ein bisschdn umher und genoss das Alleinsein. Doch gegen Nachmittag fuhr auch ich zurück.
Diese Woche fuhren die Jungs dann ins Militärcamp, sodass wir Mädchen nicht zur Schule mussten. Es klingt so blöd, aber ehrlich gesagt fand ich das ein wenig schade, da mir nicht mehr viel Zeit in der Schule bleibt. Nun, da es viele Projekte zu erledigen gibt, traf ich mich mit KT und Jimmy gestern. Zuerst ging ich zu Jimmys Haus, die noch im Bett lag, als ich eintraf. Sie aß erstmal ausgiebig und zusammen fuhren wir dann zur Schuld, da sie einige Sachen dort vergessen hatte, die wir für die Projekte brauchten. Es ist immer unglaublich schön, mit Jimmy zu reden, weil sie so ein offener Mensch ist und nie voreingenommen. Wenn wir im Taxi sitzen, reden wir immer über alles und das sind so unsere vertrauten Momente, doch bald schon meldete sich KT, dass sie soweit sei und somit fuhren wir zum Skytrain, da wir Jimmys Vater bei seiner Arbeit interviewen mussten. Vorher gingen wir ber zu Starbucks und aßen einen Salat bei Subway. Als wir an der Station, die am nahesten bei der Arbeit von Jimmys Vater liegt, ausstiegen, kam KT auf die grandiose Idee, mit dem Tuk Tuk zu fahren. Gott, ich liebe Tuk Tuks. Und wenn einen so der Wind durch die Haare braust, macht das auch unendlich Spaß und wir lachten so viel zusammen in diesem Moment. Das war eindeutig das Highlight des Tages.
Jimmys Vater ist der Cheff vom National Catastrophy Disaster of Thailand, einer Kompanie, die sich um die Naturdisaster in Thailand kümmert und im Moment ist da besonders viel zu tun aufgrund der Geschehnisse im Süden. Ich hab so eine Kompanie noch nie zuvor gesehen nud es war unendlich cool. Wir wurden überall stolz vorgstellt und machten dann das Interview und eine Menge Räume wurden uns gezeigt. Danach gingen wir mit Jimmys Vater noch in den Tempelbereich der Kompanie, um zu beten, dann fuhr er uns zur Station wir gleich weiter zu KT's Haus, da wir ein Modell bauen mussten. Dies dauerte lange. Und war ziemlich witzig, weil wir so mal wieder viel Zeit zum Rede hatten. Nebenbei hörten wir auch Musik, sogar ein bisschen was Deutsches!
Spät abends fuhr ich dann zur Schule, wo mein Gastpapa mich abholte. Ich habe viel gemerkt in den letzten Wochen, besonders, wie komisch Zeit ist. Manchmal hab ich das Gefühl, ich stecke hier fest und die Zeit vergeht gar nicht. Und dann schaud ich auf meinen Countdown und sehe, dass es nur nich 69 Tage sind. Gott, wo ist die Zeit hin? Ist sie gerannt? Was hab ich nicht schon alles erlebt! Was mich besonders trübselig macht, ist, dass ich viele Dinge im Moment zum letzten Mal erlebe. Ich hatte meine letzte Kochstunde bereits, und auch das letzte Mal nähen (den Unttericht hab ich übrigens echt gehasst). Nächste Woche ist meine letzte richtige Schulwoche und da werde ich die unteren Klassen vom EP zum letzten Mal sehen. Danach kommen die Finals, meine letzten Finals. Und dann sehe ich die Schule zum letzten Mal, hab das letzte Mal meine Schuluniform zur Schule an, sehe meine Lehrer zum letzten Mal, hab das letzte Mal Mittagessen in der Kantine. Es ist ein komisches Gefühl. Ich hab so lange mit Miri darüber geredet über dieses Letzte-Mal Ding. Und wir beide waren uns einig, dass es immer aufhört, wenn es gerade am Schönsten ist. Und das ist schwer zu akzeptieren, denn meine letzten zwei Wochen waren einfach perfekt und haben mir gezeigt, wie sehr ich dazugehöre. Zum Glück werde ich meine Freunde noch nicht das letzte Mal sehen, denn in den Ferien sin schon viele gemeinsame Dinge geplant. Und meine Freunde sind das Wichtigste für mich hier. Und selbst wenn ich Thailand verlasse, bin ich mir sicher, dass das nicht das das Letzte Mal war, dass ich sie gesehen habe. Trotzdem werde ich sie vermissen. Und die Art, wie ich selbst war, als ich mit ihnen zusammen war, werde ich auch vermissen.
- Kim
"Weißt du, wir haben uns so oft ausgemahlt, wie unsere neue Klassenkameradin sein würde. Wir haben uns vorgestellt, dass du so ein make-up Mensch vom reichen Land sein könntest oder ein Athlet der jeden Tag Sport macht. Wir hätten nie gedacht, dass du genauso sein wirst wie wir. Und es ist mehr als genial, dass du in unsere Gruppe so gut hineinpasst, dass wir sie uns gar nicht mehr ohhne dich vorstellen können. Aber bald müssen wir dies leider."
- Jimmy
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